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Max-Grünebaum-Preise 2018 in Cottbus an Künstler und Wissenschaftler verliehen

7. Oktober 2018 | Von | Kategorie: Region, Top-Themen |

Max-Grünebaum-Preise 2018 in Cottbus an Künstler und Wissenschaftler verliehen

Die Preisträger der Max Grünebaum-Preisverleihung 2018 sind: Dr.-Ing. Michael Hoff, Dr.-Ing. René Rietz, Lisa Schützenberger, Schauspielerin Thorsten Coers, Opernchorsänger (v.l.n.r.) | Foto: Marlies Kross

Cottbus (MB). Die Max Grünebaum-Stiftung würdigte am Sonntag, 7. Oktober 2018, in Cottbus zum 22. Mal Künstler des Staatstheaters Cottbus und Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU Cottbus–Senftenberg).
Verliehen wurden in diesem Jahr ein Max-Grünebaum-Preis an das Staatstheater Cottbus und zwei Max-Grünebaum-Preise an die BTU Cottbus–Senftenberg sowie an jede Institution ein Förderpreis.
Der Max-Grünebaum-Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert.
Max-Grünebaum-Preisträgerin des Staatstheaters Cottbus ist die Schauspielerin Lisa Schützenberger. Der Karl-Newman-Förderpreis, eine Theaterreise nach London, wurde an Opernchorsänger Thorsten Coers verliehen.
Die Wissenschaftler der BTU Cottbus–Senftenberg René Rietz und Michael Hoff erhielten je einen Max-Grünebaum-Preis. Der mit einem Stipendium für ein Auslandssemester verbundene Ernst-Frank-Förderpreis ging an Philip Putze.

ZU DEN PREISTRÄGERN

Die Schauspielerin Lisa Schützenberger erhält den Max-Grünebaum-Preis 2018.
Nach dem Abitur und einer mehrjährigen Tanzausbildung absolvierte die geborene Grazerin Lisa Schützenberger an der dortigen Kunstuniversität ein Schauspielstudium. Ein Erasmus-Studium führte sie in dieser Zeit auch an die Universität der Künste Berlin. Sie war in dieser Zeit bereits in zahl-reichen Inszenierungen in Hamburg, Graz und Berlin zu sehen, u. a. in „Geschichten aus dem Wiener Wald“ am Hamburger Schauspielhaus und in „Zangezi“ von Chlebnikov an der Staatsoper Berlin.
Seit der Spielzeit 2016/2017 gehört Lisa Schützenberger zum Schauspielensemble des Staatstheaters Cottbus und hat seither eine spannende Entwicklung genommen. Ihr großes Talent, das unermüdliche Erforschen von Figuren und ihre Offenheit für unterschiedlichste Regieansätze sind eine Bereicherung für das Ensemble.
Bisher wirkte Lisa Schützenberger in acht Inszenierungen mit, darunter als Gräfin Orsina in EMILIA GALOTTI, Abigail in HEXENJAGD und als Kas-per LuzBe im Theaterjahrmarkt KÖNIG KASPER KANN IMMER. In DIE SPANISCHE FLIEGE bewies sie als Wally gleich in ihrer ersten Rolle komödiantisches Talent. Eine ganz andere Seite ihrer Begabung zeigte sie in der weiblichen Hauptrolle in MAMMA MEDEA von Tom Lanoye. Erst schüchtern-verspielt, dann immer drängender gestaltete sie mit vollem Körpereinsatz das Verlangen, sich einem faszinierendem Fremden hinzu-geben, an dessen Seite sie zur Mörderin ihrer eigenen Kinder wird. In der Kritikerumfrage der renommierten Fachzeitschrift „Theater heute“ 2017 erhielt sie u.a. für diese Rolle eine Nennung in der Rubrik „Beste Nachwuchskünstlerin“.
In Jo Fabians Inszenierung ONKEL WANJA gibt sie die Jelena Andrejewna als eine lebenslustige, humorvolle, aber auch tragische junge Frau, die sich ihrer Wirkung auf das männliche Geschlecht durchaus bewusst ist, aber trotz aller Selbstironie nicht aus ihrer Haut kann. Facetten dieser Jelena Andrejewna greift Lisa Schützenberger in Jo Fabians Stückentwicklung TERRA IN COGNITA erneut auf.

Karl-Newman-Förderpreis 2018
Der Karl Newman-Förderpreis 2018 geht an den Opernchorsänger Thorsten Coers.
Thorsten Coers wurde 1971 in Dortmund geboren. Nach dem Abitur studierte er Musikwissenschaft, Germanistik und Pädagogik an der Universität Köln. Von 1996 bis 2001 absolvierte er ein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Er wirkte in verschiedenen Chören, wie z. B. dem Chor der Bamberger Symphoniker / Süddeutsches Vokalensemble, dem Chor der Dresdner Philharmonie, dem Festspielchor der Dresdner Musikfestspiele und dem Körnerschen Sing-verein mit.
Seit 2002 gehört er als zweiter Tenor zu den musikalischen Stützen des Opernchores am Staatstheater Cottbus. Dank einer wachen Auffassungsgabe beherrscht er nach kürzester Zeit seine Chorpartien. Auf der Bühne stellt er sich mit vollem Engagement seinen szenischen Aufgaben. Auch das immer wieder schwierige Zusammenspiel zwischen musikalischen und szenischen Vorgängen bewältigt Thorsten Coers mit großem Erfolg. Neben seiner Arbeit als Chorsänger wird er immer wieder mit solistischen Aufgaben betraut, so mit der Partie des Narren in der Oper WOZZECK und mit Rollen in GRÄFIN MARIZA und im WIRTSHAUS IM SPESSART. In der Rolle des Lehrers wirkte er in der Kinderoper DER FLÜCHTLING mit, die gemeinsam mit Schülern aus drei Cottbuser Schulen, dem Kinder- und Jugendchor des Staatstheaters Cottbus und einem Orchester mit jungen Musikern des Cottbuser Konservatoriums aufgeführt wurde.

Die Preisträger der BTU Cottbus–Senftenberg 2018
Zwei der mit jeweils 5.000 Euro dotierten Max-Grünebaum-Preise werden in diesem Jahr an Dr.-Ing. René Rietz und Dr.-Ing. Michael Hoff von der BTU Cottbus–Senftenberg verliehen. Beide Preisträger werden für ihre mit dem Prädikat „summa cum laude“ bewerteten Dissertationen und für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen geehrt. Den mit einem Stipendium für ein Auslandssemester verbundenen Ernst-Frank-Förderpreis 2018 erhält Philip Putze.

Max-Grünebaum-Preis 2018
René Rietz schrieb seine exzellent bewertete Doktorarbeit zum Thema „Optimization of Network Intrusion Detection Processes“ am Fachgebiet Rechnernetze und Kommunikationssysteme von Prof. Dr. Hartmut König.
Die Dissertation widmet sich sogenannten Netz‐Intrusion‐Detection‐Systemen (NIDS), die eine der wichtigsten Formen des Sicherheitsmonitorings in heutigen IP‐Netzen bilden. Sie werden meistens in Ergänzung anderer Sicherheitsmaßnahmen, zum Beispiel Firewalls, eingesetzt. Trotz umfangreicher Forschung – über mehr als zwei Jahrzehnte – ist die Erkennungsgenauigkeit und die Leistungsfähigkeit dieser Systeme begrenzt. Demgegenüber stehen ein rapide wachsendes und vom Netzmonitoring zu erfassendes Datenvolumen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Erkennung von Sicherheitsverletzungen, an deren Abwehr und an die Generierung präventiver Sicherheitsmaßnahmen. Wirksamere Erfassungs‐ und Analysemethoden sind gefragt.
In seiner Dissertation betrachtet René Rietz den Einsatz von NIDS aus einer ganzheitlichen, das gesamte Einsatzspektrum abdeckenden Perspektive und schlägt drei komplementäre Ansätze vor, die die Leistungsfähigkeit von Netz‐Intrusion‐Detection‐Systemen sowie ihre Praxiswirksamkeit verbessern sollen. Die Ansätze betreffen die Verhinderung von Angriffen in lokalen Netzen, die Erhöhung der Analyseleistung durch Parallelisierung und das Erkennen von Angriffen über das Web. Diese Themen sind hoch-aktuell. Die Dissertation von Dr. Rietz greift somit wichtige, seit langem als offen betrachtete Themen der Intrusion Detection auf und legt hierzu eine Reihe bemerkenswerter Ergebnisse vor.

Max-Grünebaum-Preis 2018
Michael Hoff widmet sich in seiner Dissertation einem Thema der Strömungsforschung am Fachgebiet Aerodynamik und Strömungslehre bei Prof. Christoph Egbers und Apl.-Prof. Dr. Uwe Harlander. Unter dem Titel „Stewartson layers, inertial waves and wave instabilities in a spherical gap flow: Laboratory experiments with full optical access” beschreibt er anhand experimenteller Untersuchungen von Stewartson-Grenzschichten die Dynamik von Trägheitswellen in einer rotierenden Kugelschale.
Strömungen in rotierenden Systemen sind Gegenstand intensiver For-schung in Strömungsmechanik, Geophysik und Meteorologie. Insbesonde-re thermische und durch Rotation getriebene Strömungen in Kugelgeometrie werden weltweit häufig als ein Modellsystem für großräumige geophysikalische Strömungen in Atmosphären von Planeten und im Erdinneren benutzt. Auch unter Erdbedingungen sind Kugelspaltströmungen interessant. Wenn beide Kugelschalen differentiell rotieren, treten Stewartson-Grenzschichten und weitere sehr komplexe Strömungsphänomene auf. Wissenschaftliche Untersuchungen konzentrieren sich hierbei aktuell auf die Anregung von Trägheitswellen oder Welleninstabilitäten durch periodische (Rotations-)Anregung, beispielsweise der inneren Kugel. Der Mechanismus dieser Art von Strömungen ist bisher nur wenig erforscht.
Dr.-Ing. Michael Hoff hat am Experiment eine mitrotierende Kamera installiert, die aus dem Kugelschalsystem die Relativbewegungen der um-fangreichen Strömungsmuster aufzeichnet. Für die Auswertung der Strö-mungsmuster hat er die Visualisierung in der Meridionalebene, als auch die berührungslose Particle-lmage-Velocimetrie (PIV) in der Horizontal-ebene verwendet.

Ernst-Frank-Förderpreis 2018
Der Ernst-Frank-Förderpreis geht in diesem Jahr an Philip Putze. Der Preis beinhaltet ein Stipendium für die Durchführung des praktischen Studiensemesters an der University of York. Philip Putze studiert im Bachelor-Studiengang Angewandte Chemie. In seinem bisherigen Studium zeigt er durchgehend gute bis sehr gute Leistungen. Zudem überzeugt er durch eine versierte Laborarbeit und eine überaus interessierte und engagierte Mitarbeit in Lehrveranstaltungen. Dabei zeichnet sich Michael Putze durch ein tiefgehendes Verständnis der allgemeinen Prinzipien des Aufbaus der Materie, der Konzepte der chemischen Bindung und des Verlaufs chemischer Gleichgewichte aus. Er versteht es, die grundlegenden Konzepte sicher auf konkrete Stoffsysteme der anorganischen Chemie anzuwenden. Auf diese Weise gelingen ihm bereits in dieser frühen Phase des Studiums genaue Beschreibungen des Verlaufs chemischer Reaktionen. Über den Lehrstoff hinaus zeigt er einen offenen Blick für Bezüge der Chemie zu aktuellen umwelt- und gesellschaftspolitischen Themen.

Hintergrundinformation zum Max Grünebaum-Stiftung Cottbus
Der Tuchfabrikant und Cottbuser Ehrenbürger Max Grünebaum (1851-1925) verband als erfolgreicher Unternehmer soziales Engagement und Mäzenatentum in vorbildlicher Weise und förderte zeitlebens das Cottbuser Theater. Aus rassistischen Gründen wurden die Nachfahren Max Grünebaums in der Zeit des Dritten Reiches aus Deutschland vertrieben, das Familienvermögen wurde enteignet. Die Familie wagte in England einen Neuanfang.
In Erinnerung an das Wirken von Max Grünebaum in Cottbus errichteten die in England lebenden Enkel im Mai 1997 die Max Grünebaum-Stiftung, deren Anliegen es ist, die guten Beziehungen zwischen Cottbus und Eng-land weiter zu fördern. Um das Staatstheater Cottbus und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg zu unterstützen, verleiht die Stiftung jährlich an künstlerische und wissenschaftliche Nachwuchskräfte die Max-Grünebaum-Preise. www.max-gruenebaum-stiftung.de

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