Denkmal als Veranstaltungsort wieder eröffnet / Bahnwagon bietet Obdach auf dem Jakobsweg:
Ortrand (ysr). Aus dem ehemaligen Güterlagerschuppen am Bahnhof ist nach umfangreichen Renovierungsarbeiten eine Kulturstätte geworden. Im Mai haben in dem denkmalgeschützten Gebäude, nach etwa anderthalbjähriger Bauphase erste Konzerte und Feierlichkeiten statt gefunden. Erster Mieter war die Stadt selbst, die hier im RahOrtran:, von der Galerie über den Saal bis in den Keller gut gefüllt. Letzter ist ganz stilecht mit Bahnmobiliar ausgestattet und dient bei großen Veranstaltungen als Rückzugsort für Gespräche oder ein kühles Blondes. Dank moderner Technik und Leinwänden verpasst dabei keiner der Gäste, was oben auf der Bühne passiert. Auch von der Galerie haben Besucher den perfekten Blick. Sitzgelegenheiten sorgen auch hier für eine gemütliche Atmosphäre.
Der Saal selbst ist neutral, in Weiß gehalten. Das war Frank Weser wichtig. So können hier wie aktuell Fotoausstellungen, aber auch Veranstaltungen von der Familienfeier über Konzerte bis hin zu Theaterstücken ihren Platz finden. Besonders schön ist auch die offene Deckenkonstruktion. Aus statischen Gründen mussten gut 90 Prozent der ehemaligen Holzbalken ersetzt werden. „Wer genau hinsieht, erkennt anhand der Hell-Dunkel-Färbung alt und neu“, so der Bauherr. Wie der sanierte Bahnhof selbst ist auch der Güterschuppen komplett barrierefrei gestaltet. Dank eigenem Cateringbereich und kleiner Küche ist die Selbstversorgung auch für Familienfest gewährleistet. Lediglich die Küche mit Mitropageschirr ausgestattete Küche und die Sitzgelegenheiten im Keller tragen den Bahncharakter. Hinter dem Güterschuppen steht ein alter Bahnwagon. Er soll in den kommenden Monaten zur Künstlergarderobe aus- und umgebaut werden. Erste Nutzer gab es bereits beim ersten Ortrander Reggae-Festival. Die Bands waren begeistert von der ungewöhnlichen Räumlichkeit. – Und Frank Weser hat schon die nächste Idee. Er plant in dem Wagon neben Dusche mit WC auch eine Schlafmöglichkeit. „Dann können auch Pilger hier künftig nächtigen“, so Frank Weser. Denn wie er feststellte, liegt der Bahnhof am Jakobsweg. Der führt die Wanderer auch zu der denkmalgeschützten Kirche des Ortes auf dem Friedhof, das älteste Gebäude der Stadt.
Der Kulturgüterschuppen ist gut mit Vereinsfeiern und runden Geburtstagen ausgelastet, auch Anfragen von Bands und Kulturschaffenden erreichen Frank Weser. „Manchmal ist es gar nicht so einfach, noch eine Lücke zu finden“; freut sich der Bauherr.











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