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Prinz Carl pücklerte munter drauflos

Cottbus | Von | 18. Oktober 2013

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Zusammen mit der Vorsitzenden des Fördervereins Fürst Pückler in Branitz, Heidemarie Konzack, freut sich Stiftungsdirektor Gert Streidt über eine stattliche Spende der Gebäude-Wirtschaft Cottbus (GWC), die deren kaufmännische Leiterin Sieglinde Nugel (r.) überbracht hat | Fotos: J. Heinrich

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Gärtner unter sich: Der Branitzer Gartendirektor Claudius Wecke (r.) verfolgte gespannt den Vortrag von Prof. Dr. Michael Seiler, Gartendirektor a. D., über eine „mit Herz gelebte Konkurrenz“ zwischen den preußischen Garten-Heroen Pückler und Peter Joseph Lenné

Gartendirektor a.D. Dr. Michael Seiler über das Verhältnis Pückler-Lenné
Cottbus (h.) Durchaus vergnüglich, fast eine literarische Kostbarkeit war es, diese Woche in Branitz dem Vortrag des verdienstvollen Gartendirektors der Preußischen Stiftung Schlösser und Gärten a.D. (bis 2004), Prof. Dr. Michael Seiler, zu lauschen. Die Frage, wer von den fast Gleichaltrigen der Größere sei – Pückler oder Lenné – stelle sich nicht, machte Seiler klar. Sie waren beide Meister auf ihre Weise, standen in fruchtbarem Kontakt und haben „eine mit Herz gelebte Konkurrenz“ gepflegt. Wenn auch Seiler als gelernter Geodät dem Zeichner Lenné und seinen feinen Plänen noch etwas näher steht als dem Bilderschöpfer Pückler, so hält er doch beide für ein geniales Gespann. Schriftlich überliefert ist, dass der spätere Fürst und der Königliche Gartendirektor am 10. November 1821 „auf einem Plan von Muskau herumgezeichnet haben“. Seiler dazu voller Schalk: „Davon möchte ich gern mal einen Film sehen…“
Prof. Seilers Zugang zu beider Strategien erklärt sich vor allem über die Arbeit des Garten- und Landschaftspflegers in Glienecke, das Prinz Carl von Preußen im 19. Jahrhundert mit Schinkel und Lenné zu einem großartigen Schloss- und Parkensemble entwickelte. Gelernt hatte Carl auch von Pücklers Beharrlichkeit und aus dessen „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“, in denen Pückler den Prinzen und den Gärtner Lenné lobt. Carl habe das beflügelt und „so pücklerte der in seinem Park munter drauf los.“ Welch eine Wortschöpfung! Pückler wird zum Verb, das Wort für „einen Park gestalten“. Es gehört in eine künftige Duden-Auflage.
Schön, dass zwei Wochen vor Pücklers Geburtstag ein neues Pückler-Bildnis zur Stiftung gelangte. Die Gebäude-Wirtschaft Cottbus gab dem Förderverein Geld dafür. „Zu unserem schönen Wohnen heute gehört dieser Park, gehört diese Pückler-Kultur“, sagte Sieglinde Nugel, kaufmännische Leiterin der GWC. Das Emaille-Bild in Pop-Art von Moritz Götze scheint geeignet, junges Pückler-Gefolge anzusprechen.



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