
14. Heimattreffen und eine spannende Zukunft: Senftenberg (MB). Vor 25 Jahren, im Oktober 1989, kamen auf Initiative eines Teams um Hans-Georg Müller Bewohner von Reppist in der Gaststätte „Zum Löwen“ in Senftenberg zusammen, um sich ihrer erstmals 1370 urkundlich erwähnten Ortschaft zu erinnern, 1986 hatten die letzten Reppister ihren Wohnort, der für die meisten auch ihr Geburts-, Schul- und Arbeitsort war, verlassen und anderswo, vorwiegend in der Kreisstadt, eine neue Heimat gesucht. Der Tagebau Meuro hatte sich da schon weit über die Gemeindegemarkung ausgedehnt. 1974, also vor nunmehr vier Jahrzehnten, wurde der einst in der Niederlausitz bekannte Bergarbeiter- und Eisenbahnerort verwaltungsmäßig der Stadt Senftenberg zugeordnet.
Das 14. Heimattreffen fand vor zwei Wochen in der Gaststätte Heerenz in Kleinkoschen statt. Gut 100 Menschen folgen jeweils der Einladung, nutzen einige Stunden, um Neues über den persönlichen Werdegang ihrer früheren Nachbarn, Schulfreunde oder Arbeitskollegen zu erfahren und Erinnerungen zu pflegen. Das vor Jahren am früheren Gemeindekulturhaus angebrachte Transparent „Reppist lebt noch“ wird immer mehr Realität. Das resultiert nicht nur daraus, dass die „Reppister Höhen“ auf 129 Meter ein beliebter Anziehungspunkt für Radler, Touristen und Wanderer sind oder dass ein Radwanderweg zum nahen Großräschener See über Reppist und Sedlitz dorthin führt. Vielmehr ist das inzwischen unter Denkmalschutz gestellte einstige Kulturhaus entscheidend, das Torsten und Ines Häusler gerade wieder auf Vordermann bringen. In nicht ferner Zeit sollen ein großer Saal, die Gaststätte und auch moderne Unterkünfte zur Verfügung stehen. Zu Himmelfahrt und anderen Anlässen wird schon jetzt das ehemalige Reppister Gemeindekulturhaus gern genutzt. Damit kann Reppist wieder selbst der Ort künftiger Heimattreffen werden. In der vom Hobby-Ortschronisten Ralf During auf dem Laufenden gehaltenen Chronik sind viele Ereignisse dokumentiert. 1933 zählte Reppist 360 Einwohner. 1870 durchfuhr der erste Eisenbahnzug auf der Strecke Cottbus – Großenhain die Gemarkung. Ein Jahr später produzierte die erste Brikettfabrik. Die Tradition des Bergarbeiterortes, auch sein Weinanbeu, füllen heute Bücher und Schriften. Bald werden sie Thema im Kulturhaus in der Reppister Straße Nr. 1 sein. Text und Fotos: Heinz Hörenz, Senftenberg

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