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Sand, Kies und Schotter: Schauspieldirektor Wolf Bunge überrascht mit neuen Ideen und Spielorten

Cottbus | Von | 11. Oktober 2003

Wolf Bunge

„Ich will mit den Leuten, die ins Theater gehen, reden“, so Schauspieldirektor Wolf Bunge (re.) bei Moderator Andreas Groebe. Denn das sei für ihn die Probe, ob er es geschafft hat, „die Leute zu erreichen“. Und weiter: „Wer die Leute nicht erreicht, ist verloren“.

Cottbus (tr). „Ich denke, dass die Kritik heute auf ein niedriges Niveau abgesunken ist. Schließlich bin ich die Voraussetzung, dass die Kritiker leben können, denn ich selbst könnte auch ohne sie leben“, erzählt Wolf Bunge, neuer Schauspieldirektor im Staatstheater mit forscher Stimme.
Theater-Baumaterialien
Mit dem lausitzspezifischen Stück „Sand“, der ersten Inszenierung Wolf Bunges in Cottbus, ist er selbst „zufrieden“. Bunge betonte, „dass Leute, die mich nach der Premiere ansprachen, das Stück gut fanden“. Zudem wurden die gesprochenen Texte aus „Bibliotheken und nicht aus Touristenführern entnommen“. Des weiteren sei die „Mund-zu-Mund-Propaganda viel entscheidender als die Kritiker“, so Bunge. Für das Stück „Sand“ plant der Schauspieldirektor bereits zwei Fortsetzungen: so heißt der zweite Teil „Kies“, Teil drei trägt den Namen „Schotter“. Doch die nächste Inszenierung stellt mit den „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow einen Klassiker dar. Im Mai 2004 folgen dann die „Nibelungen“. Klassische Stücke werden beim neuen Schauspieldirektor eine „große Rolle“ spielen, kündigt Bunge an. Die ersten Eindrücke von den Cottbuser Schauspielern bezeichnet Wolf Bunge als „sehr gut“. Ihm selbst sollte aber noch bis zum Jahresende 2003 eine Art „Eingewöhnungsfrist“ eingeräumt werden, um die „Lausitzer und ihre Mentalität kennenzulernen“.
Sprung ins Kaltwasser?
In gewisser Weise war der Wechsel von den Magdeburger Freien Kammerspielen ans Cottbuser Staatstheater für Wolf Bunge ein „Sprung ins kalte Wasser“. Den Grund dafür bildet der längst durchgesprochene Spielplan für die vor wenigen Wochen angelaufene neue Spielzeit.
Leben in die Kammer
Doch wird Wolf Bunge frischen Wind in die Cottbuser Theaterlandschaft bringen. So erscheinen ihm die Kammerspiele „etwas verwaist“. Es wirke dort, „wenn man hereinkommt, recht unterkühlt“, stellte der Schauspieldirektor fest. Doch das soll sich bald ändern. In der Kammerbühne ist geplant, Stücke von neueren Autoren aufzuführen. Bunge kann sich dort auch einen nächtlichen Spielbetrieb vorstellen: „Die Kammerbühne „wird unser Experimentierfeld“. Schließlich geht doch auch das „junge Publikum erst in der Nacht in die Tanzschuppen“.
Theater außerhalb
Doch auch außerhalb der klassischen Räumlichkeiten des Staatstheaters soll gespielt werden. So soll in der Ströbitzer Theaterscheune das „heitere Genre“ mit Possen und Schwänken einziehen. „Natürlich kann man auch im Kasernenhof in der Lausitzer Straße Theater machen“, betont Wolf Bunge. Weitere „potentielle“ Spielorte in der Stadt könnten der Branitzer Park sowie alte Industriebrachen darstellen.
Brückenschicksal
Aber besonders begeistert zeigt sich Bunge von der Brücke über die Straßenbahn in der Stadtpromenade: Ich würde sie sofort zum Spielen mieten, doch leider wird sie ja abgerissen“.

Johannes Mertsching

Klassische Werke, unter anderem von Johann Sebastian Bach und Robert Schumann, präsentierte Johannes Mertsching am 119-jährigen Piano im Presse-Café DoppelDeck anläßlich des 64. Künstlerstammtisches
Fotos: Jens Haberland

Eine Rolle, ein Spieler
An seine Magdeburger Theaterzeit erinnert Wolf Bunge die „jugendlichere, frischere Besetzung“. In Cottbus gibt es zwar junge und ältere Schauspieler, „aber die Gruppe dazwischen fehlt“. Unter dem neuen Schauspieldirektor, der 1979 mit dem Stück „Die Zähmung der Widerspenstigen“ in Berlin diplomierte, wird es weniger Premieren geben, um die Schauspieler „besser in neue Rollen hineinwachsen zu lassen“. Theater „lebt stets vom Probieren, mit Stillstand stirbt Theater“, so Bunge.

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