Schwarze Pumpe feiert 70. Jubiläum und ist Sitz faszinierender Unternehmen

Mehr als 17.000 Besucher kamen zur Geburtstagsfeier in den Industriepark Schwarze Pumpe /
Lobbe betreibt hier Deutschlands einzige Vakuumthermische Reinigungsanlage für verunreinigte Böden.

Industriepark Schwarze Pumpe: Orchesters Lausitzer Braunkohle
Mehr als 17.000 Besucher kamen zur Geburtstagsfeier in den Industriepark Schwarze Pumpe. Musikalisch wurde die Veranstaltung von den Klängen des „Orchesters Lausitzer Braunkohle“ in der großen Mensa der Zentralküche gerahmt. Foto: Frank Heinrich

Schwarze Pumpe (MB). Das war eine gelungene Feier zum 70. Geburtstag des Industriepark Schwarze Pumpe: Etwa 17.850 Gäste nahmen nach Schätzung der Veranstalter, der Zweckverband Industriepark Schwarze Pumpe und die ASG Spremberg GmbH, an der Veranstaltung am Samstag, 30. August, von 10 bis 16 Uhr teil. Das Haupttor des überregional bedeutenden Industriestandortes stand in dieser Zeit allen Interessierten offen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Vergangenheit trifft Zukunft“. Mit dem Zuspruch am Tag der offenen Tür sind die Veranstalter sehr zufrieden. „Die große Besucherzahl ist ein hervorragendes Ergebnis. Sie ist ein Beleg dafür, dass die Menschen in der Lausitz sehr an der Entwicklung des Industrieparks Schwarze Pumpe interessiert sind. Das ist ein tolles Signal für die ganze Region.

LEAG-Werkfeuerwehr
Ein Garant für Sicherheit am Standort ist die LEAG-Werkfeuerwehr. Mit spannenden Live-Vorführungen begeisterte auch sie die Jubiläumsgäste. Foto: Frank Heinrich

Schön ist auch, dass viele ehemalige Beschäftigte, die im Ruhestand sind, die Gelegenheit für einen Besuch nutzen“, sagt Petra Axel, kaufmännische Geschäftsführerin der ASG Spremberg GmbH. Im Industriepark sind mehr als 120 Unternehmen ansässig. Sie beschäftigen knapp 5000 Mitarbeiter. Durch das mehr als 1000 Hektar große Gelände verläuft die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen. Angefangen hatte alles am 31. August 1955. Damals war der erste Spatenstich für das Kohleveredelungskombinat Schwarze Pumpe gesetzt worden. Viele weitere Spatenstiche und Grundsteinlegungen folgten in den nächsten Jahrzehnten.

Glücksrad der Firma Lobbe
Auf großes Interesse stieß auch die Ausstellung über die 70-jährige Geschichte des Industrieparkes Schwarze Pumpe in der Zentralküche. Unternehmen bereicherten diese mit ihren Ständen. So gab es tolle Präsente am Glücksrad der Firma Lobbe. Foto: Frank Heinrich

Bei einer Feierstunde zum 70. Geburtstag wurde in der großen Mensa der Zentralküche die Entwicklung des Industrieparks hin zu einem modernen und vielseitigen Wirtschaftsstandort sowie seine heutige Bedeutung im Lausitzer Strukturwandel von Vertretern aus der Politik und Wirtschaft gewürdigt. Die Veranstaltung wurde musikalisch vom „Orchester Lausitzer Braunkohle“ begleitet. Mit dabei waren unter anderem auch Delegationen aus Szprotawa und Jasien, den polnischen Partnerstädten von Spremberg und der Gemeinde Spreetal. Begehrt waren die Sitzplätze in den Bussen, die regelmäßig auf festen Routen durch den Industriepark fuhren. Auf den Gleisen im Industriepark drehten Sonderzüge mit Besuchern ihre Runden. Dieses Erlebnis wollten sich viele Gäste nicht entgehen lassen.

Am Zentralstellwerk, dem Start und Ziel, herrschte großer Andrang, wenn ein Zug zum Ein- und Aussteigen hielt. Darüber hinaus konnte das Gelände bei geführten Touren mit dem eigenen Rad erkundet werden. Mehr als 20 Unternehmen boten spannende Einblicke in ihre Standorte. Zur Besichtigung geöffnet war unter anderem die Papierfabrik der Hamburger Rieger GmbH. Sie ist eines der größten Werke im Industriepark. Im Braunkohlenkraftwerk des Energie-Unternehmens LEAG konnten Besucher auf den rund 163 Meter hohen Turm hinauffahren. Ebenfalls zur Werksbesichtigung geöffnet war die LEAG-Brikettfabrik. Die ASG Spremberg GmbH präsentierte ihre Abwasserbehandlungsanlage und das Unternehmen Lobbe seine hochmodernen Spezialmaschinen für Umwelt- und Industrieservice und die vakuumthermische Reinigungsanlage (VTRA).

Ein Ort im Wandel – und Lobbe ist mit dabei

Lobbe Prokurist Mario Waldheim, Betriebststättenleiter Ralf Fiskal
Lobbe ist ein Familienunternehmen, in dem Mitarbeiter vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten haben und Verantwortung an technischen Geräten übernehmen können. Das machten auch Prokurist Mario Waldheim (l.) und der Spremberger Betriebststättenleiter Ralf Fiskal (r.) bei einer Führung über das Betriebsgelände deutlich. Foto: Frank Heinrich

Die VTRA im Industriepark Schwarze Pumpe ist heute Symbol für gelungene Altlastensanierung und fester Bestandteil des Standortes. Bis zu 250 Tonnen täglich und 80.000 Tonnen jährlich schadstoffbelasteter Boden kann hier aufbereitete werden. Böden können so gereinigt, Schadstoffe umweltgerecht entsorgt und Ressourcen wiederverwendet werden. Mit der Anlage werden regelmäßig vorgegebene Reinigungsgrade übertroffen. Sie ist einzigartig in Deutschland und eine von nur zwei Anlagen in ganz Europa. Die VTRA verfügt über zwei Trockner mit einem Fassungsvermögen von je 18 Kubikmetern. Im Industriepark, in der einstigen zentralen Baustelleneinrichtung, sitzt inzwischen auch die Stammmannschaft der Lobbe Industriereinigung. Zehn Mitarbeitende betreuen von hier aus die Region – ausgestattet mit modernster Spezialtechnik, wie Luftförderanlagen, Saug- und Spülwagen sowie Hochdruckpumpen.

VTRA-Betriebsleiter Ron Fiskal
Blick ins Innere: Die VTRA verfügt über zwei Trockner mit einem Fassungsvermögen von je 18 Kubikmetern. VTRA-Betriebsleiter Ron Fiskal beeindruckte mit Details und seltenen Einblicken. Foto: Frank Heinrich

In Spremberg ist Lobbe bereits seit 1991 aktiv und beschäftigt im Umwelt- und Industrieservice insgesamt 90 Mitarbeiter. Lobbe gehört zu den führenden Unternehmen in der Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Das familiengeführte, unabhängige Unternehmen in 4. Generation hat seinen Sitz in Iserlohn. An mehr als 60 Standorten engagieren sich über 2.750 Mitarbeitende täglich im Umwelt- und Industrieservice. Das Industrieservice-Team arbeitet bei Reinigungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an industriellen Großanlagen. Dazu zählen Arbeiten mit Wasserhochdruck, moderne Tankreinigungsverfahren, der Einsatz von Luftförderanlagen und die chemische Reinigung, etwa in der Chemie- oder Montanindustrie. Ergänzt wird das Portfolio durch die Behandlung von Böden sowie die Konditionierung von Schlämmen. Viele weitere Unternehmen im Industriepark faszinierten bis zum Ende der Jubiläumsveranstaltung und zogen zahlreiche Besucher an.

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