Schwarzheider lieben Abwechslung auf dem Speiseplan

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Die Schwarzheidee Einwohner sind eigentlich gut versorgt. Mehrere Supermärkte, Fleischer und Bäcker gibt es hier. Doch mittwochs herrscht zwischen Lidl-Markt und Wasserturm reges Treiben. Mitten auf dem Gehweg stehen zwei fliegende Händler und locken die Einwohner an, selbst Vorbeifahrende stoppen kurzerhand | Foto: Jens Haberland

Fliegende Händler sind sehr begehrt, heimische werden nicht verschmäht
Schwarzheide (ha). Gut fünf Kilometer ist Schwarzheide lang – mit dem Auto ist man da von einem Ende, West, bis zum Ostende schon mal acht Minuten unterwegs. Die Einkaufsmöglichkeiten sind eigentlich gut, sagt ein Schwarzheider, der sich am rollenden Bäckerstand angestellt hat. Aber hier seien die Backwaren noch von Hand gemacht und schmecken sehr lecker, so sein Argument für den „Fremdkauf“. Das Backmobil hat sich von Frauendorf an der sächsischen Grenze bis hierher auf den Weg gemacht. Daneben gesellte sich Fleischer Kluge & Söhne aus Lauchhammer hinzu. Die meisten Käufer gehen an beide Wagen. Sein wartender „Nachbar“ fügt hinzu, es liege bestimmt auch am Preis. Außerdem sei es eine willkommene Abwechslung auf dem Tisch. Die Schwarzheider sind eben ein Völkchen, das zum Einkaufen in Nachbarstädte fährt, so war das schon immer, meint eine Einkäuferin, die sich gerade mit Brot und Kuchen eingedeckt hat. Sie gehe natürlich auch zu den heimischen Versorgern, fügt sie schnell hinzu, was die anderen bestätigen. Nur wenn etwas Besonderes gebraucht wird, fahren die Schwarzheider eben nach Senftenberg oder Ruhland.
Einen Wochenmarkt gebe es auch am Wasserturm, aber da gibt es zu wenige heimische Händler, bedauern die Wartenden. Wenn solche, wie diese beiden, mehr dienstags auf dem Wochenmarkt stünden, würde es dort auch voller sein, sind sie sich einig. Den Wochenmarkt gibt’s schon seit der Wende am herrlichen Turm. Fisch, Hausschlachtenes und Gemüse gibt es fast immer von 8 bis 14 Uhr. Betrieben wird der seit 1998 vom Jungunternehmerverein Elbe-Elster e.V. Vielleicht finden ja auch die rollenden Mittwochshändler zu ihm. Dann brauchen sie nicht am Straßenrand der Ruhlander Straße dicht gedrängt parken.