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Sprembergs Trinkwasser-Versorgung wird wegen Tagebau umgestellt

23. September 2016 | Von | Kategorie: Spremberg |

Bloischdorf gilt als letzte Rettung

Spremberg (trz). Fast seit 90 Jahren beziehen die Spremberger ihr Trinkwasser aus dem Bereich der Slamener Heide. Damit könnte es bald vorbei sein. Stattdessen soll die Spreestadt mittelfristig aus der Bloischdorfer Rinne unweit von Groß Luja mit dem lebenswichtigen Nass versorgt werden. Darüber informiert der Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverband (SWAZ).
Der Grund? Zunehmende Beeinflussungen der bisherigen Wassergewinnung durch den Tagebau Nochten. Denn die durch die Grube aufgeschüttete Hochkippe Mulkwitz, nur einen Steinwurf von der Slamener Heide entfernt, trägt eine gefährliche Last. Nämlich eine „Sulfat-Fahne“, wie Fachleute das Phänomen bezeichnet. Auf Deutsch bedeutet dies, dass die Trinkwassergewinnung durch die dort vorkommenden Schwefelverbindungen gefährdet ist, wie SWAZ-Verbandsvorsteher Bernd Schmied sagt. Das sulfathaltige Wasser ströme langsam aber stetig der Spree entgegen. Und käme der Tagebauteilabschnitt Nochten II hinzu würde das Problem noch massiv vergrößert. So bleibt den Wasserfachleuten gar nichts anderes übrig, als nach neuen Förderstandorten zu suchen. Fündig geworden sind sie  in der Bloischdorfer Rinne. „Die ist unsere letzte Rettung“, betont Bernd Schmied. Denn sonst verfüge Spremberg über kein vom Bergbau unbelastetes Gebiet. Da die Folgen des Tagebaus Nochten schon lange bekannt sind, haben SWAZ und Bergbaukonzern Vattenfall einen Vertrag über zehn Millionen Euro abgeschlossen. Mehr als die Hälfte der Summe soll für die Neuordnung der Trinkwassersituation investiert werden. So werden bei Groß Luja in der Bloischdorfer Rinne vier Brunnen errichtet. Deren Wasser soll durch eine über neun Kilometer lange Leitung zum Wasserwerk in den Kuthen transportiert und dort aufbereitet werden. Bernd Schmied stellt gleich klar, dass die Gebührenzahler aufgrund dieser Maßnahme keineswegs mit höheren Betriebskosten belastet würden. Indes müsse im Trattendorfer Wasserwerk die Technik umgestellt werden, da das Groß Lujaer Nass über etwas andere Eigenschaften verfüge als sein Pendant aus der Slamener Heide. Aus Groß Luja sollen Tag für Tag 4000 Kubikmeter Wasser nach Trattendorf befördert werden. Zudem müssen innerhalb von 24 Stunden 15 500 Kubikmeter Brauchwasser in den Industriepark Schwarze Pumpe geleitet werden. Derzeit befindet sich das ehrgeizige Projekt in der Genehmigungsphase.




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