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Stadtauswärts nach Osten - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Stadtauswärts nach Osten

23. März 2014 | Von | Kategorie: Cottbus |

Stadtauswärts nach Osten

Dies ist die frühlingshafteste – und wohl ausschließlich studentische Form – auf dem Weg zur Sandower Straße, die links vom Giebelhaus im Hintergrund beginnt, eine Rast einzulegen | Foto: J. Heinrich

Sandower Straße – eine Synthese aus Alt und Neu / Käse-Kunerts Stuck
Cottbus (bw). Drei Straßenzüge sind es, die sich seit Jahrhunderten am Cottbuser Altmarkt treffen und somit ein Kreuz von Handelswegen in ­wichtige Richtungen bilden: die Berliner Straße in westliche, die Sprem in den Süden und die Sandower Straße nach Osten. Durch die Kurve um die Oberkirche gelangten Fuhrleute nach Forst, in die einstige Weinstadt Guben, nach Frankfurt an der Oder und weiter bis nach Breslau, heute Wrocław.
Die Sandower Straße in ihrem heutigen Verlauf bekam erst 1892 diesen Namen. Um 1720 hieß sie schon die „Sandische Gaße“.
Das Gebäude mit der Hausnummer 54 kann auf eine interessante Vergangenheit verweisen und ist heute noch von stadtgeschichtlicher Bedeutung. Nach dem Stadtbrand von 1671 wurde auf den Grundmauern eines kleineren Wohnhauses 1698 das Gebäude mit dem heutigen Grundriss erbaut. Nachdem Georg Müller, Postmeister der französischen Kolonie in Cottbus, im Jahr 1701 das Gebäude gekauft hatte, richtete er hier eine Posthalterei ein. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fanden in den unteren Räumen erste Einbauten von Ladengeschäften statt. Die heute ins Auge springenden, barock anmutenden Stuckelemente ließ der Kaufmann Ludwig Kunert erst in den Jahren 1905 anbringen, womit er die Fassade dem Geschmack der damaligen Zeit entsprechend gestaltete.

Stadtauswärts nach Osten

Im Restaurant „Mythos“ haben die Inhaber für ihre Gäste einen Wintergarten mit griechischem Flair ausgebaut, in dem sich gemütliche Stunden verbringen lassen | Fotos: BeWe

Nach der Wende nutzte dieses Gebäude zunächst ein süddeutsches Bankinstitut, heute lädt in die schönen historischen Räume das griechische Restaurant „Mythos“ ein.
Die Geschichte der Nummer 45 an der Ostseite des Platzes beginnt erst am Anfang des vorigen Jahrhunderts. Hier eröffnete 1921 die „Wendische Volksbank Bautzen“ ihre Filiale. Das Gebäude wurde später erweitert. Am Hauseingang erinnert eine Tafel mit der Aufschrift „1927/28 – Bau des jetzigen Gebäudes durch diese Bank; die Räume zur Magazinstraße nutzt der sorbische (wendische) Bildungsverein Maśica Serbska als kulturelles Bildungszentrum“. 1933 erfolgte durch die Nationalsozialisten die Auflösung der Wendischen Volksbank AG. Erst nach 1945 zog hier wieder ein Geldinstitut ein.

Seit 1998 ist dies ein privates Wohn- und Geschäftshaus, in dem auch die Rechtsanwälte Dr. Jens-Torsten Lehmann (Fachanwalt für Verwaltungsrecht) und Jörn-Matthias Lehmann (Fachanwalt für Familienrecht) ihre Kanzleien eingerichtet haben. Die Sandower Straße schlängelt sich dann weiter in Richtung Spreebrücke. Wer nicht in Eile ist, schaut linker Hand in eine „Schatzkammer“. Hier gibt es Antiquitäten aus aller Welt, aber auch solche, die den Staub der Cottbuser und der Regionalgeschichte tragen. Vielleicht ist das schon eine Anregung für die Suche nach Osterüberraschungen…




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