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Nostalgischer Blick auf Lokal “Bäckerbörse” in Cottbus

Damals war´s, Bilder aus dem alten Cottbus | Von | 10. Mai 2024

Herzhaft Kost aus der „Bäckerbörse“ – Das Alt Cottbuser Lokal bestand 120 Jahre- seit gut zehn Jahren ist es geschlossen.

An die Gastronomie in der Sandower Straße in Cottbus erinnert sich Herbert Ramoth sehr gern: „Das Restaurant ‘Bäckerbörse’ befindet sich an der Ostseite der Sandower Straße in Cottbus (Lösung C). In der Sandower Straße, die vom Altmarkt in Richtung Osten verläuft, sind laut Denkmalliste der Stadt Cottbus 10 denkmalgeschützte Gebäude vorhanden. Dazu gehört auch das Gebäude Nr. 48, die „Bäckerbörse“. Das Gebäude soll als Handwerkerwohnhaus in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut worden sein, wurde später Gastwirtschaft und Treffpunkt der Bäckergesellen. Im Volksmund als ‘Bäckerbörse’ bezeichnet, trägt das bekannte Restaurant diesen Namen bis heute weiter und erfreute sich stets großer Beliebtheit. Wir wurden in den 1970er/1980er Jahren in dieser Lokalität gut bewirtet.“ Weniger gut gestimmt ist Günther Biallas bei dem anblick: „Auf dem Bild ist die Bäckerbörse in Cottbus Sandower-Straße zu sehen. Es ist ein trauriger Anblick, seit Jahrzehnten geschlossen, es ist ein Schandfleck für Cottbus. Vielleicht liegt es an den Eigentumsverhältnissen. Ich wünsche mir sehr, dass sich da was verändert.“

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Das Restaurant „Bäckerbörse“ mit seinen vielen Angeboten 2010 (Soljanka 3,60; Sülze/Röster 4,50…) und wohl schon geschlossen im Jahre 2014. Dahinter der Schlossturm.

Eine ganz sonderbare Geschichte erzählt Tino Freier in seiner mail: „Ich hatte den Typen fast vergessen, aber das Bild rief ihn auf den Plan. Er geisterte unter dem Künstlernamen Barny Barhocker durch diese Gegend. Sein Bier- oder Whyski-Geld hat er sich als Schreiberling für ein Stadtmagazin verdient. Er trieb sich Anfang der 90er Jahre im ‘Stadt Dresden’, in der ‘Alten Welt’, im „Pflaumenbaum’ und sogar in der ‘Rennbahn’-Kellerbar rum, aber nie im naheliegenden Lokal, eben der ’Bäckerbörse’. Jedenfalls nicht in seinen launigen Texten. Da sei gar kein Barhocker, hat er mir erklärt, aber sein Honorar wäre so schlecht, dass er meist in diesem Lokal zu Mittag esse. Für so wenig Geld so gut zu essen, sei nur da möglich. Ich habe mir’s gemerkt. Aber gelesen habe ich von Barny nie etwas über das Super-Lokal an der Oberkirche. Er schreibe übers Trinken und Philosophieren, nicht übers Sattwerden, redete er sich raus. Ich glaub’, jetzt schreibt er gar nicht mehr. Vielleicht weil er nichts zu essen bekommt, der brotlose Poet. Die ‘Bäckerbörse’ ist ja zu.“
Vom Auto im Vordergrund ist der Spremberger Manfred Gnida fasziniert: „Es sind immer besondere Eindrücke beim Anblick von Oldtimern in Festzügen, Ausstellungen oder eigens dafür organisierten unterschiedlichen Veranstaltungen. Der Erhalt dieser Fahrzeuge und das damit verbundene Hobby sind oftmals mit hohen Kosten verbunden und erfordern viel Liebe und Mühe zum Detail. Dieser Daimler mit original Kennzeichen und Lenkrad rechts aus Großbritannien könnte aus den Jahren um 1927 stammen und ist meiner Auffassung nach aber jünger als die gesuchte Gaststätte. In der Sandower Straße 48 in Cottbus befindet sich das Restaurant ‘Bäckerbörse’. Das Objekt wurde in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts wahrscheinlich als Handwerkerwohnhaus errichtet und befindet sich an der Ostseite der Straße gegenüber der Oberkirche St.Nikolai. Im Adressbuch von 1896 wird erstmals eine Gastwirtschaft darin erwähnt , deren Betreiber ein Hermann Schulz war. Damals soll die Gaststätte als Treffpunkt für Bäckergesellen gedient haben, woraus sich im Volksmund der Name ‘Bäckerbörse’ prägte. In einer Aufzeichnung von Pfarrer Gotthold Schwela, einer der Mitbegründer der Domowina, wurde die Bäckerbörse als ‘poln`sche Schenke’ benannt. Das typische Kleinbürgerhaus aus dem 18.Jahrhundert ist ja nicht groß, aber betrieb bis fast in die Gegenwart eine Traditions-Gastronomie. Geöffnet war das Restaurant jedenfalls zur Zeit der Durchfahrt des Oldtimers, was man gut mit dem Zuschauer und seinem Glas Bier sowie an den frischen Blumenkästen am Fenster erkennen kann. Im Plan der Stadtsanierung bekam das Haus Nr. 48 sowie angrenzende Häuser ein neues Ansehen sowie teilweise neue Betreiber in der Sandower Straße.
Dr. Klaus-G. Thiemann aus der Cottbuser Wehrpromenade erklärt: „Die Gaststätte ‘Bäckerbörse’ existierte in Cottbus und befand sich in der Sandower Straße an der Oberkirche. Sie ist seit Jahren geschlossen, das kleine Haus ist im Vorbeigang von außen zu besichtigen.“ Rainer Wollmann vom Tannenweg in Kolkwitz, OT Hänchen, meint: „Die ‘Bäckerbörse’ befindet sich in der Sandower Str. 48. Das Gebäude ist das älteste des Ensembles, denn es wurde in der 2. Hälfte des 18.Jahrhunderts als Handwerkerwohnhaus errichtet. Die Kellerräume werden teilweise einem mittelalterlichen Vorgängerbau zugeordnet. Das bauzeitliche Dachwerk, eine Kehlbalkensparrenkonstruktion mit drei Spitzsäulen, ist in Cottbus einzigartig. 1896 wurde in dem Haus eine Gaststätte eingerichtet. Die Bauform des Gebäudes prägt das Erscheinungsbild der Stadt außerhalb des Marktes und wurde deshalb in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen.“Jens Pumpa aus der Rostocker Straße in Cottbus stellt fest: Wiir befinden uns in der Sandower Straße 48 in Cottbus.
Das Objekt wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wohl als Handwerkerwohnhaus errichtet und befindet sich an der Ostseite der Straße gegenüber der Oberkirche. Im Adressbuch wird 1896 erstmals eine Gastwirtschaft in dem Haus erwähnt, geführt von Hermann Schulz, die später als Treffpunkt für Bäckergesellen gedient hat. Die Gaststätte trägt daher diesen Namen. Das Haus ist ein kleiner giebelständiger Massivbau mit Walmdach. Das Erdgeschoss ist seit der Nutzung als Gaststätte durch einen großflächigen Fenstereinschnitt gekennzeichnet.“ Unser Stammleser S. Sachse mailt: „Natürlich gehört die ‘Bäckerbörse“ nach Cottbus. Vergleichbar war sie in ihren besten Jahren nur mit „‘Paulaner und ‘Erichs Bierhaus’. Diese drei privaten Lokale boten beste Hausmannskost zu günstigen Preisen. Außerhalb der Mittagszeit waren sie das, was man handfeste Kneipen nennt mit guten Bierumsätzen und Platz für Geselligkeit. In der ‘Bäckerbörse’ ‘regierte’ der relativ junge Wirt mit gewöhnungsbedürftigem Charme vom Tresen her. Seine Mutter war das Wunder in der Küche. Was von da kam, schmeckte immer. Schade, dass zu ist.“

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!

 



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