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Straßen sind desolat

18. November 2016 | Von | Kategorie: Cottbus |

Schlechte Noten für Cottbuser Infrastruktur

Cottbus (mk). Und jährlich grüßt das Murmeltier. So könnte der Titel zum Zustandsbericht der Cottbuser Straßen lauten. Im Vergleich zum Zustand der vergangenen Jahre fällt eines auf – es passiert fast nichts. Im Gegenteil: die Schulnoten, welche die Stadtverwaltung Jahr für Jahr für den Zustand vergibt, fallen immer schlechter aus. Die Zahlen, welche Alice Kunze vom Fachbereich Grünflächen für 2015 verlas, entsetzten die Mitglieder des Bauausschusses. Lediglich 40 Prozent der Straßen erhalten die Noten gut und sehr gut. 37 Prozent der Straßen erhalten die Note 3, 17 Prozent die Note 4 und 4,49 Prozent sogar die Note 5. Bei letzteren Straßen ist keine Sanierung mehr möglich. Hier hilft nur ein grundhafter Ausbau. „Unverändert schlecht“ lautet so das Fazit der Fachbereichsleiterin. Insgesamt besteht ein Investitionsstau von 300 Millionen Euro bezüglich der Cottbuser Infrastruktur. Statt mehr Geld auszugeben, sind die Investitionen in Straßen und Gehwege immer mehr gesunken. Ein Richtwert für die Erhaltung der Straßen ist 1,10 Euro pro Quadratmeter, erklärt Alice Kunze. Cottbus gibt derzeit 60 Cent aus. Der Investitionsstau wird also immer größer. Ähnlich sieht es bei den Brücken der Stadt aus. Hier kommt noch erschwerend hinzu, dass der Verwaltung krankheitsbedingt Personal fehlt, so dass nach Wichtigkeit entschieden wird. Die Hochwasserbrücken und der Personentunnel haben Vorfahrt, erklärt die Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe. Sie wünscht sich, dass es wie für den Hochbau auch Förderprogramme für Straßen und Brücken gebe. Die schlechte Straßeninfrastruktur sei kein Cottbuser Problem und verweist auf ähnliche Probleme in ganz Deutschland.
Der Bauausschussvorsitzende Jörg Schnapke (CDU) regt die Einberufung eines Sonderausschusses an, um sich mit dem Straßenzustand zu beschäftigen. Dr. Martin Kühne (B90/GRÜNE) entgegnet: „Solange sich nicht auf wunderbare Weise ein Millionentopf auftut, können wir uns stundenlang ergebnislos Bildergalerien von schlechten Straßen anschauen“.




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