Trende-Fragmente – Teil 2

Trende-Fragmente - Teil 2
1990er Jahre: Eva Strittmatter und Klaus Trende waren Freunde geworden, sprachen über „Poesie und andere Nebendinge“.

Eigener Vergänglichkeit entkommend: Reflexionen aus einem Autorenleben.

„FRAGMENT“ in roten, sich spiegelnden Versalien erzählt, dass Klaus Trende in Cottbus geboren ist, dann mit den flüchtigen Eltern ein Frontstadt-Westkind wurde, um schließlich doch hiesige Schulen zu durchlaufen und 1975 erster Mieter im Sachsendorfer WK XIII-Beton zu werden.

„Fragmente“, von der unberechtigten Sorge eigener Vergänglichkeit getrieben, erscheint, so das Versprechen, bis zu Klaus Trendes 80. Geburtstag im Jahr 2028 in vier Büchlein. Soeben erschien Teil 2, in der Titelfarbe auf grün gewechselt, und von knappen 50 Kindheitsseiten auf nun gut 100 Seiten Umfang gewachsen, in denen bedeutende Persönlichkeiten zu und mit dem Autor sprechen oder gar unnahbar auf ihn einwirken. Da sind für den Verehrer Hemingways zunächst Erwin und Eva Strittmatter. Seit 1973 kommt er den Schulzenhofern nahe, bewundert ihr Wissen, ihre Liebe und Sinnlichkeit und ahnt, dass geschriebenes Wort mit so „geringem Zeichenvorrat… vage und unzulänglich“ bleibt. Er wird bald versuchen, als Journalist das Mögliche und als Poet etwas darüber hinaus zu leisten. Mehrere Gedichtbände liegen vor, zudem Editionen zu Eva Strittmatter, Reinhold Messner, dem Branitzer Pückler. Begeistert begleitete Trende das Projekt „Laden“-Film, wird fast Teil davon in Gesprächen mit Regisseur Jo Baier, der Großmutter-Darstellerin Carmen Maja Antoni und immer wieder Eva Strittmatter, die sich von allen drei Teilen des Films „tief berührt“ zeigte. Das Thema Stittmatter-Trende erweist sich so auf rund 75 Seiten als mehr als nur „Fragment“. Strittmatter-Freunde, deren es hier so viele gibt, dürften große Freude daran haben.

Ein weiteres Stück Fragment fragt nach Frieden im „schmutzigen Geschäft Politik“. Mit Egon Bahr (1922-2015), Willy Brandts Berater, ist Trende dazu im Gedankenaustausch. Weise Worte werden gewechselt. Ganz naiv-ehrlich dagegen Trendes bubenhafte Verehrung für Bob Dylan, den er unbedingt leibhaftig treffen will – und schließlich auch trifft, in ernüchternden Sekunden Am Ende verharrt er bei Goethes Aufsätzen über Natur und andere Themen.
Man bleibt gespannt auf FRAGMENTE Nummer 3 und 4. J.H.

Klaus Trende, „Fragment“ 2, Gestaltung Rudolf Sittner, 150 Exemplare, 22 Euro

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