Wasser sichern für die Spree in der Lausitz

Speicher und geringere Fließgeschwindigkeit könnten den Fluss in trockenen Sommern stabilisieren.

Wasser sichern für die Spree in der Lausitz
Nach dem Ende der Tagebaue in der Lausitz wird das Spreewasser vor allen in den Sommermonaten knapp. Eine Lösung könnte die Wiederherstellung von sogenannte Sohlschwellen sein. Auf Initiative von Hans Pschuskel (l.) trafen sich in Saspow Vertreter aus Politik und Region zu einem Vor-Ort-Termin an der Spree. Mit dabei waren unter anderem der Cottbuser CDU-Kreisvorsitzende Michael Rabes, der Landtagsabgeordnete Julian Brüning, der CDU-Bundestagsabgeordnete Knut Abraham sowie die Beauftragte der Stadt Cottbus für sorbisch-wendische Angelegenheiten Anna Kossatz-Kosel (v.l.n.r.) Foto: FH

Region (MB). Mit dem Ende der Braunkohleförderung in der Lausitz drohen der Spree künftig deutlich geringere Wassermengen. Darauf weist auch eine Studie für das Umweltbundesamt hin. Bisher wird Grundwasser aus den Tagebauen in den Fluss gepumpt. Fällt dieser Zufluss weg, könnte die Spree in trockenen Sommermonaten örtlich bis zu 75 Prozent weniger Wasser führen. Die Folgen wären spürbar: für das Grundwasser, den Spreewald sowie für die Trinkwasserversorgung.

Als mögliche Gegenmaßnahme nennt die Studie Wasserüberleitungen aus benachbarten Flüssen wie Elbe, Lausitzer Neiße oder Oder. Allerdings gelten solche Projekte wegen langer Planungszeiten und unsicherer Wasserstände in den Sommermonaten als schwierig. Auch ein vorübergehender Weiterbetrieb von Pumpen sowie der Ausbau regionaler Wasserspeicher werden diskutiert.

In Saspow wird inzwischen auch über lokale Lösungen beraten. Auf Initiative von Hans Pschuskel trafen sich Vertreter aus Politik und Region zu einem Vor-Ort-Termin an der Spree nahe der Brücke im Cottbuser Ortsteil. Mit dabei waren unter anderem der Cottbuser CDU-Kreisvorsitzende Michael Rabes, der Landtagsabgeordnete Julian Brüning, die Beauftragte der Stadt Cottbus für sorbisch-wendische Angelegenheiten Anna Kossatz-Kosel sowie der CDU-Bundestagsabgeordnete Knut Abraham. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Idee, sogenannte Sohlschwellen wieder zu aktivieren. Dabei handelt es sich um quer zur Fließrichtung angelegte Steinaufschüttungen im Flussbett. Sie bremsen die Strömung, erhöhen den Wasserspiegel und sorgen dafür, dass Wasser länger in der Landschaft bleibt. Gleichzeitig kann mehr Wasser in den Untergrund versickern und so zur Grundwasserneubildung beitragen. Für Fische und andere Wasserlebewesen bleiben solche Bauwerke in der Regel problemlos passierbar.

Ein möglicher Nachteil wäre, dass zusätzliche Hindernisse für Wassertouristen zwischen Cottbus und dem Spreewald entstehen könnten. Angesichts der Bedeutung einer stabilen Wasserversorgung für Natur, Landwirtschaft und Bevölkerung sollte dieser Punkt jedoch von untergeordneter Bedeutung sein. Denn ohne ausreichende Wasserführung der Spree würde der Tourismus in trockenen Sommern ohnehin stark leiden.

Weitere Beiträge aus unserer Region finden Sie hier!