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Wo Lausitzer Urwälder wachsen

1. April 2016 | Von | Kategorie: Region |

Wo Lausitzer Urwälder wachsen

Der Forster Geschichtsstammtisch war im Vorjahr auf Tour im Groß Jamnoer Urwald. Hier erklärt Förster Kristian Schmidt die Funktionsweise einer Orchideenwiese Foto: T. Richter-Zippack

Heimische Natur wandelt sich / Laubbäume sind weiter im Vormarsch:
Forst/Spremberg/Senftenberg (trz). Was verbinden auswärtige  Besucher mit der Lausitzer Natur? Neben dem Spreewald und großen Tagebauen insbesondere die riesigen Wälder. Moment:  Wälder? Oder doch eher die monotonen Kiefernheiden? Tatsächlich dominiert die Kiefer die hiesigen Wälder. In manchen Revieren überschreitet der Anteil dieser Brotbaumart sogar die 90-Prozent-Grenze. Doch hier und dort gibt es auch „richtige“ Wälder, also solche Gebiete, die den Beschreibungen in Grimm’s Märchenbuch ziemlich nahe kommen. Nämlich mit uralten Rotbuchen und knorrigen Eichen, in deren Schatten Hainbuchen gedeihen.

 
Sehr artenreich
Ein Beispiel findet sich wenige Kilometer westlich von Forst. Das rund 115 Hektar große Areal trägt auch gleich den passenden Namen, nämlich Urwald Groß Jamno. Tatsächlich handelt es sich um einen für Lausitzer Verhältnisse recht artenreichen Wald, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch den Gärner und Jäger Heinrich Kloß zu einer Art „Naturpark“ umgestaltet wurde. Neben den altehrwürdigen Gehölzen finden sich mehrere Teiche sowie drei Quellen. Noch vor 80-90 Jahren sollen es mal über 50 gewesen sein.
Am beeindruckendsten präsentiert sich die Urwaldquelle, die erst kürzlich Ziel einer Exkursion des Forster Geschichtsstammtisches war. Nach Angaben von Forstmann Kristian Schmidt muss dort vor langer Zeit mal ein Rohr in eine Tiefe von 17 bis 18 Metern eingebracht worden sein. Denn ansonsten würde das Wasser nicht so aus dem Boden sprudeln. Heute hat sich die Natur große Teile des einstigen Naturparks wieder zurückerobert. Dennoch finden sich noch genügend idyllisch-romantische Bereiche.
Ein zweites urwaldähnliches Gebiet ist nördlich von Pusack, direkt an der Neiße, zu finden. Es trägt den passenden Namen „Märchenwald“, Dort wachsen uralte Bäume an den ziemlich steilen Neißehängen. Ein Weg führt in die nahe Wolfsschlucht, in der sich mal ein Schießstand befand. Der „Märchenwald“ steht unter Naturschutz.

 
Wer in den Kuthen lebt
Auch Spremberg wartet mit einem „Urwald“ auf. Nämlich unweit des Trattendorfer Wasserwerkes in den Slamener Kuthen. Dort kommen vor allem feuchteliebende Arten vor. Der NABU-Regionalverband hat mehrere Wanderwege ausgeschildert. Wer schon immer mal wissen wollte, wer und was so alles in der Spreeaue lebt, ist den Kuthen genau richtig.
In der Senftenberger Gegend lohnen sich Besuche in den sogenannten Parks von Niemtsch und Biehlen, jeweils direkt an der Schwarzen Elster gelegen. Allerdings handelt es sich um keine „Parks“, sondern um alte Auwaldreste. Diese sind besonders im Frühjahr sehr sehenswert, wenn sich unter den noch kahlen Baumriesen weiß-rosa farbige Teppiche von Buschwindröschen erstrecken. Übrigens: Richtige, vom Menschen gänzlich unbeeinflusste Urwälder gibt es zumindest in der Nieder- und Oberlausitz schon seit Jahrhunderten nicht mehr.




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