Energie verlor in Fürth drittes Auswärtsspiel / Folgt Montag das vierte?
Die Rückrunde des FC Energie nimmt mittlerweile verheerende Züge an. In fünf Spielen holte Cottbus in diesem Zweitligajahr nur vier Punkte, allesamt zuhause. Dabei kassierte die Mannschaft schon elf Gegentreffer. Drei davon am vergangenen Samstag in Fürth. Bei zwei Freistößen nutzten die Franken dabei die Cottbuser Abwehrschwäche nach Standardsituationen. Wenn der FCE diese Aussetzer nicht abstellt, gewinnt der Abstieg ins Mittelmaß der Liga beängstigend an Fahrt. Da nützt auch das phasenweise funktionierende Angriffsspiel wenig.
Insbesondere das in der Hinserie überzeugende Mittelfeldduo mit Kruska und Roger kann dem Cottbuser Spiel derzeit kaum Impulse gegen. Kruska bereitete mit einem leichtsinnigen Fehlpass schon nach drei Spielminuten eine erste hervorragende Torgelegenheit für die Gastgeber vor. Als Ballverteiler erreicht er bei weitem nicht die Form der Hinrunde. Sein Nebenmann Roger hätte nach einer Viertelstunde den Führungstreffer erzielen müssen. Er schoss vom Elfmeterpunkt aus einen Fürther Verteidiger an. Shao vergab per Kopf und Freistoß weitere Gelegenheiten.
Gegen stark ersatzgeschwächte Kleeblätter musste man jedoch eine dominantere Vorstellung von Energie erwarten. Zumal der direkte Kontakt zu den Aufstiegsplätzen auf dem Spiel stand. Fürth hatte das Geschehen jedoch meist im Griff. Chancen ergaben sich für den Sechsten fast von selbst, wozu Energie immer wieder einlud. Nach einem abgewehrten Freistoß kam Pekovic unbedrängt zum Schuss. Sararer nickte den Ball zum 1:0 ein. Brzenska hätte den Torschützen leicht in Abseits stellen können. Allerdings hatte auch der Vorlagengeber zu viel Platz.
Kurz vor der Pause vergab Fürth eine weitere Torchance. Kruska hatte den Ball verloren. Der Freistoß zum 2:1 war für Kirschbaum zwar nicht zu halten, Hünemeier attackierte seinen Gegenspieler jedoch in bester Freistoßposition. Energie war völlig von der Rolle und kassierte eine Minute später das 3:1. Klaus hebelte mit einem Pass die gesamte Cottbuser Abwehr aus. Kirschbaum hatte gegen Sararer keine Chance.
Dabei hatte Energie nach dem Ausgleichstreffer die Möglichkeit, das Spielgeschehen für sich zu entscheiden. Der Fürther Torhüter ließ einen unplatzierten Schuss von Adlung direkt vor die Füße von Petersen prallen. Der ließ sich nicht zweimal bitten und traf zum 1:1. Fürth war überrascht. Energie reagierte jedoch nicht wie ein Spitzenteam, das solche Verunsicherung auszunutzen weiß.
In den nächsten Wochen wird es nun immer enger. Cottbus muss schnell zur Form der Hinrunde zurück finden, um doch noch einmal oben einzugreifen. In zwei Wochen steht zudem das wichtige Auswärts-Halbfinale gegen Duisburg an.
Im Jahr 2011 wusste Energie eigentlich nur im Pokalspiel gegen Hoffenheim zu überzeugen. Ähnlich wie eine Runde zuvor in Wolfsburg war Energie auch dabei der klare Außenseiter. Am Montag ist normalerweise auch ein deutlicher Sieg der Hertha zu erwarten. Berlin ist unangefochtener Tabellenführer und konnte schon das Hinspiel in Cottbus mit 1:0 für sich entscheiden. Aber diese Konstellation scheint Energie ja zu liegen. In Berlin sah der FCE meist gut aus, konnte von den letzten drei Partien im Olympiastadion sogar zwei gewinnen. Nach besonderen Spielen kam das Team in der Liga meist nur schwer in die Gänge. Das Derby in Berlin ist allerdings ein Saisonhöhepunkt. Und vielleicht der Wendepunkt in dieser noch jungen Rückserie…