Späte Aufholjagd reichte in Duisburg nicht / Rehabilitation in Paderborn
Das Pokalfinale am 21. Mai in Berlin wird in diesem Jahr zwischen Schalke 04 und dem MSV Duisburg ausgetragen. Mit zwei denkbar knappen Siegen konnten sich die Mannschaften aus dem Ruhrgebiet durchsetzen.
Gerade Energie hatte gegen den MSV bis zum Schlusspfiff alle Karten in der Hand. Allein in der Nachspielzeit erspielte sich die Truppe drei Großchancen. Dass der FCE nach drei Triumphen über Bundesligisten ausgerechnet an einem ebenfalls zweitklassigen Club scheiterte, ist dabei umso ärgerlicher. Allein, dass Wunschgegner Bayern München nicht im Finale steht, kann über das Ausscheiden hinwegtrösten.
In Wahrheit lag die Niederlage am Dienstag nicht am fehlenden Glück in den Schlussminuten. Möglicherweise war ein Kopfball von Hünemeier sogar hinter der Linie. Ein Duisburger Abwehrspieler kam nach der Partie zumindest zu dieser Erkenntnis. Shao traf anschließend den Pfosten und scheiterte wenig später am Keeper. Allerdings war Duisburg zu diesem Zeitpunkt schon längst in Unterzahl und hatte die Partie bis zum Platzverweis und dem anschließenden Elfmetertreffer durch Petersen fest im Griff. Offensichtlich waren unsere Kicker von der gewaltigen Kulisse beeindruckt. Für viele war es die einmalige Möglichkeit auf ein Pokalfinale, vielleicht sogar einen Titel. Hünemeier zeigte Nerven, als er vor dem 0:1 seinen Gegenspieler Maierhofer unbedrängt anköpfte. Dabei hätte der Stürmer den Ball nie erreicht.
Duisburg spielte aggressiver und cleverer, Energie leistete sich Fehler. Einzig Shao sorgte im Duisburger Strafraum für Aufregung, als er elfmeterwürdig gefoult wurde. Erst nach der Pause griff Energie an. Es fehlte jedoch die Durchschlags-kraft, so dass die Gastgeber Konterchancen bekamen. So ließ sich Hünemeier von Banovic überlaufen, Bittroff konnte mit seinem Gegenspieler Baljak nicht mithalten und mit einem einfachen Querpass besiegelten die beiden „Zebras“ das zweite Tor. Die anschließende Aufholjagd des FCE kam zu spät, es reichte nur noch zum 2:1 Endstand.
Die erhoffte Siegesserie hat der FCE am vergangenen Freitag schon eingeleitet. Mit dem Abpfiff traf Torjäger Petersen aus spitzem Winkel zum 2:1 über den FSV Frankfurt. Dass der Streifzug einer Katze, die sich auf das Spielfeld verirrte, den höchsten Unterhaltungswert des Abends bereithielt, spricht für sich. Nachdem Frankfurt im ersten Durchgang fast in Führung gegangen wäre, nutzte Hünemeier einen abgeprallten Freistoß von Shao zum 1:0. Beinahe hätte Brzenska es ihm wenige Minuten darauf gleich getan. Er köpfte den Ball jedoch über das Tor. Energie ließ sich die allmählich verdiente Führung aus der Hand nehmen, als sich Bittroff vor dem eigenen Tor überspringen ließ und sein Kontrahent zum 1:1 traf. Als es eng wurde war Petersen aber zur Stelle. Energie kann nun weiter hoffen.
Eigentlich würde dem Team heute nur ein Sieg weiterhelfen. Auswärts ist Energie jedoch seit fünf Spielen sieglos, kassierte dabei immer wieder überflüssige Gegentreffer. Ein Lerneffekt war in den vergangenen Wochen nicht auszumachen. Dazu dürfte Jula nun endgültig ausfallen. Am Dienstag quälte er sich mit Problemen an der Achillessehne noch über den Platz. Das Spiel lief völlig an ihm vorbei. Nun müssen es andere richten. Friedrich Heinrich