
Gegen Koblenz wirkten Mannschaft und Trainer ratlos / Heute geht’s nach Karlsruhe
Eigentlich wollte sich unser FC Energie nach dem Spiel gegen die TuS Kob-lenz am Sonntag endgültig von den unteren Tabellenrängen absetzen. Daraus wurde nichts. Zwar hat sich die Konstellation nach dem 1:1 gegen den Drittletzten auch nicht verschlechtert, der Auftritt von Mannschaft und deren Umfeld erschien jedoch bedenklich. Schon vor der Partie bot Trainer Pelé Wollitz seinen Rücktritt an. Die Mannschaft bekannte sich zu ihrem Coach, ließ auf dem Feld jedoch jegliche Reaktion vermissen. Auch Präsident Ulrich Lepsch lehnte einen Ausstieg des wichtigsten Angestellten des Vereins ab. Er verwies auf den zu Saisonbeginn eingeleiteten Umbruch, der nun offenbar länger andauert als zunächst vermutet. Erste „Wollitz raus!“ Rufe im Stadion bekundeten jedoch auch die schwindende Geduld beim Publikum.
Vor allem der erste Durchgang im Stadion der Freundschaft war besorgniserregend. Gegen einen kompakt, aber keinesfalls herausragend spielenden Abstiegskandidaten kam unsere Elf nur selten vor das gegnerische Tor. Kaum ein Pass kam beim Mitspieler an. Ohne Spielwitz, Laufbereitschaft und Initiative plätscherten die ersten 45 Minuten vor sich hin. Die einzige Abwechslung stellte das 1:0 für die Gäste dar. Nach einem Freistoß schoss Kapllani Burca ein. Der Schuss wurde für Tremmel unhaltbar ins Tor abgefälscht.
Die Reaktion auf das Gegentor blieb aus, woraufhin Wollitz wutentbrannt den im zentralen Mittelfeld überforderten Roger auswechselte. Als Innenverteidiger konnte sich der Brasilianer zuvor empfehlen. Ein weiteres Bauernopfer, der Rest der Mannschaft spielte schließlich nicht besser. Auch der eingewechselte Jula war zunächst keine Bereicherung. Wollitz muss sich nach dem Spiel den Vorwurf gefallen lassen, die Mannschaft für das Spiel schlecht auf- und eingestellt zu haben. Rivic war im Sturm neben Kweuke eine Fehlbesetzung. Erst Petersen brachte Abhilfe. Roger wusste mit seiner Rolle neben Kruska nichts anzufangen, während der technisch versierte Angelov auf der rechten Verteidigerposition unterfordert war. Auch Top-Scorrer Shao wirkte auf der rechten Außenbahn eher lustlos. Trainer und Mannschaft scheinen noch nicht zueinander gefunden zu haben.
Fast wäre die Partie nach zwei Kontern der Schwarz-Blauen schon frühzeitig entschieden. Die rettende Wendung brachte die Einwechslung von Petersen. Ursprünglich sollte er von Beginn an spielen, in Karlsruhe wird er es heute tatsächlich tun. Sein mutiger Distanzschuss war nach 70 Minuten das Startsig-nal für den Schlussspurt. Tatsächlich konnte die Truppe, von allen taktischen Fesseln gelöst, ihre überlegenen Qualitäten ausspielen. Shao scheiterte zweimal, Brzenska köpfte den Ball bei seinem Versuch förmlich aus dem Tor heraus. Erst der Joker Petersen hatte per Kopf mehr Glück. Eine Flanke von Dum verwandelte er entgegen der Laufrichtung des Keepers zum Ausgleich. Warum war diese Leistung nicht von Beginn an möglich?
Gegen Karlsruhe muss der FCE an die letzen 20 Minuten anknüpfen. Wollen die Spieler tatsächlich mit Wollitz weiter arbeiten, so müssen sie dies heute zeigen. Passend, dass der Gastgeber in diesem Jahr noch gänzlich ohne Punkt dasteht. Es geht wohl um die Jobs beider Trainer.