Keine späten Verstärkungen / FCE profitierte von schwächelnden Kontrahenten



Eigentlich wollte unser FC Energie seinen Kader noch einmal aufpolieren. Doch die letzten, spätestens in dieser Woche erwarteten Neuzugänge blieben aus. Kein erfahrener Innenverteidiger, der einer auch in Bielefeld bedenklich wankenden Abwehrreihe mehr Stabilität geben könnte. Auch kein Mittelfeldakteur oder Stürmer für die dünn besetzte Offensive.
Dem Cottbuser Geldbeutel tut der weggeworfene Wunschzettel zunächst gut. Die Mannschaft hat mit ihrem lupenreinen Saisonauftakt angedeutet, dass es auch ohne weitere Verstärkungen gehen könnte. Das Risiko bleibt über eine lange Saison hinweg dennoch hoch. Gegen Ausfälle ihrer Leistungsträger ist die Truppe so gut wie nicht gewappnet. Eine Verletzung oder Sperre von Jula, Petersen oder Kruska könnte der Kader kaum auffangen.
Zudem täuscht die gute Punktausbeute der ersten Wochen über den wahren Leistungsstand hinweg. Auch in Bielefeld nutzte die Elf in erster Linie fatale Fehler des Gastgebers. Natürlich spricht auch das für gewachsene Qualität. Allerdings werden sich in der zweiten Liga nicht viele Mannschaften Fehler wie jenen vor dem zweiten Cottbuser Treffer leisten. Kurth nutzte den Blackout im Zusammenspiel mit Jula perfekt aus. Im zweiten Durchgang schossen oder rutschten die Arminen mehrfach am nicht unverdienten Ausgleich vorbei. Meist war es Kirschbaum im Tor des FCE oder dem Bielefelder Unvermögen zu verdanken, dass für die Hausherren nur das eine Tor heraussprang. Straith grätschte seinen Gegenspieler ohne Not gnadenlos ab, es gab zu Recht einen Elfmeter. Leider stellt der junge Kanadier in seiner derzeitigen Verfassung einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor dar. Sein Ersatzmann Hünemeier durfte in dieser Spielzeit erst wenige Sekunden auf dem Platz stehen. Verstärkungen gab es nicht. Hoffentlich rächt sich die Sparsamkeit nicht noch gerade an dieser Stelle.
Nur gut, dass unser Sturmduo alle Zweifel zerstreuen kann.
Der Angriff zum 1:0 war tatsächlich erstklassig. Neuzugang Adlung spielte Jula frei. Der hätte schon selbst schießen können, bediente aber den herangelaufenen Petersen. Die Arminen waren zum Zuschauen verdammt. Solange die beiden brillieren, kann die Cottbuser Glückssträhne anhalten. Das wäre wichtig. Anders als in der vergangenen Spielzeit werden die klammen Arminen nämlich kaum in der Spitzengruppe der zweiten Liga landen. Auch der erste Heimgegner aus Düsseldorf droht nach zwei Niederlagen abzustürzen. Der Start ist zwar geglückt, auf Energie warten aber noch anspruchsvollere Aufgaben. Mal schauen, ob die Ausbeute dann immer noch stimmt






