Ströbitzer: Nach dem Maibaumaufstellen öffnen die Höfe am 1. Mai

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Am 30. April stemmt die Ströbitzer Jugend wieder den Maibaum. Los geht es um 17 Uhr Foto: Helga Nattke

 

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Der Hof der Sachsendorfer Straße 6 ist einer von vier der sich am 1. Mai zum Trödelmarkt öffnet. Daniela und Mathias Kloss sowie Petra Zerner freuen sich auf den Markt mit Flair

In Ströbitz wird der Maibaum aufgestellt: Vielerorts in der Lausitz sind am 30. April wieder starke Mannen gefragt, um die Brauchtumspflege des Maibaum-Aufstellens zu pflegen. So auch in Ströbitz. Es ist alles schon organisiert, berichtet der Jugendchef Marcel Gramkow. Am Montag, in der kommenden Woche,  wird „Grünes“ geholt und ab Dienstag wird mit dem Flechten auf dem Jugendgrundstück begonnen. Die Girlande für den geschälten Stamm von einer märkischen Kiefer und für den Kranz, der dann mit bunten Bädern als Maien-Schmuck verziert wird. Am Wipfel des 20 Meter langen Stammes wird eine kleine Birke befestigt. Die Jugend freut sich auf Unterstützung bei den Flechtarbeiten. Am 30. April ab 17 Uhr wird dann der „lange Lulatsch“,  nachdem der Stamm mit einer Girlande umwickelt ist und mit Kranz und Birke geschmückt wurde mit viel Muskelkraft in die Senkrechte gehievt. Die Buddelei für ein tiefes Loch ist Vergangenheit. Ein stabiles Fundament aus Beton und Stahl, was gemeinsam von engagierten Ströbitzern, Firmen und dem Bürgerverein gebaut wurde, sorgt für eine feste Verankerung und macht die Sache bedeutend leichter, berichten stolz und dankbar Jugendchef Marcel Gramkow und sein Stellvertreter Martin Zimmermann. Den wohl höchsten Maibaum stemmte im vergangenen Jahr die Jänschwalder Jugend.
33 Meter hoch war dieser. Allerdings bestand dieser  aus zwei zusammengefügten Kiefernstämmen, um diese stolze Höhe zu erreichen. Ganz eilig war Briesen im vergangenen Jahr. Hier wurde der Maibaum bereits von Ostersamstag zum Ostersonntag aufgestellt. Grund für diese Eile war die Idee, jene Sachen die in den Dörfern von den Schabernack-Treibern in der Osternacht eingesammelt werden, um diesen Maibaum auszulegen. Im Kurort Burg wird in Tracht getanzt. Die Maibaum-Tradition ist also keine Starre.     Helga Nattke

Am 1. Mai startet tags darauf ein Flohmarkt mit ganz besonderem Flair: Ströbitz (mk). Ein Einfamilienhaus war 2012 gesucht. Gefunden haben Mathias und Daniela Kloss ein Altbau- Schmuckstück mit Sanierungsbedarf in der Sachsendorfer Straße. Bei der ersten Besichtigung wieherte ein Pferd hinter dem Grundstück, erinnert sich der Hauskäufer. Ländliche Idylle mitten in der Stadt gepaart mit den Jugendstil-Verzierungen im Haus faszinierten die junge Familie. Schnell war die Idee vom neuen Eigenheim verworfen. Drei Stockwerke bieten nun mit 300 Quadratmetern viel Platz. Auch das Grundstück hinter dem Hof hat dörfliche Weiten.
Die Altbau-Häuser in der Sachsendorfer Straße wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut. Ihrem Charme unterliegen viele.
Wer die Höfe hinter einigen der Häuser erkunden möchte, hat dazu am 1. Mai Gelegenheit. 15 Teilnehmer aus der Straße werden vier Höfe öffnen, um zum 1. Ströbitzer Höfe-Flohmarkt in die Sachsendorfer Straße einzuladen. Los geht es ab 10 Uhr. Viele alte Sachen wird es hier bis 16 Uhr zu kaufen geben.
Mathias Kloss sieht den 1. Mai als Startschuss für eine neue Ströbitzer Tradition. So kann er sich gut vorstellen, dass die Höfe jährlich zum Trödelmarkt einladen.
Teilnehmer, die Ungebrauchtes weitergeben möchten, sind herzlich eingeladen, in der Sachsendorfer Straße eine neue Tradition zu gründen. Auch Höfe sind eingeladen, ihre Tore zu öffnen.