Beethoven, Respighi, Nemtsov

Musik: 6. Philharmonisches Konzert im Wechselbad der Klangerlebnisse.

Durchaus rätselhaft präsentierte sich die Instrumentalisierung beim 6. Philharmonischen Konzert im Staatstheater Cottbus. Ein Perkusion-Gestell, in dem quer eine Tür hängt, eine Blechtafel, ein großer Gong, Schlüssel, ein Glühbirnengehänge, Flaschen… | Foto: hnr.

Cottbus (j.h.). Im Jahr eins nach Evan Christ läuft die Konzertsaison mit spannenden Programmen und bemerkenswerten Persönlichkeiten am Pult. Sie alle, die bisher hier dirigierten, seien, wie auch der amtierende Chef des Orchesters, Alexander Merzyn, der im 3. Konzert im November Rachmaninaow und Tschaikowski präsentierte, Bewerber auf die Stelle des künftigen Generalmusikdirektors, wie Intendant René Serge Mund zu Beginn der Spielzeit informierte. Das Publikum muss unterdessen nichts entbehren, es wird, je nach Empfinden, brüskiert oder begeistert, allermeistens jedoch hoch erfreut.
So auch vergangenes Wochenende, als sich der Hallenser Felix Bender, zuletzt amtierender GMD in Chemnitz und aktuell Gastdirigent an der Oper Leipzig, vorstellte. Ihn begleitete ein feuriger Klaviervirtuose: Giuseppe Guarrera, ein Sizilianer, der unter anderem in Berlin studiert und in Liverpool, Madrid und Paris geglänzt hat. Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 wurde mit einem souveränen Philharmonischen Orchester zum höchsten Genuss. Das Haus war voll des Jubels.
Auch der nicht so bekannte Italiener Ottorino Respighi (1878-1936), der die Römischen Brunnen besingt, kam gut an; mehr noch im zweiten Stück seine Stimmungen in den Pinienhainen. Bender liebt die Musik leidenschaftlich: „Wär’ kein anderer Grund gewesen hier zu dirigieren, ich wäre wegen Respighi gekommen“, sagte er. Doch es ergab sich ein weiterer Höhepunkt mit der Uraufführung „En face“ der Berlinerin Sarah Nemtsov (Jg.1980). Sie hatte sich von ihrem an die Tür trommelnden Kind inspirieren lassen und mit Alexander Wnuk (Perkussion) und Jakob Diehl (Rezitation) ein synphonisches Klangwunder zelebrieren lassen. Felix Bender über das Orchester: „Dazu gehört Uraufführungs-Ehrfahrung!“
Der Beifall übertönte Knurren.

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