Mein Freund der Baum: Der Tag des Baumes

Man sieht den Wald vor Bäume nicht… Ein Sprichwort, das besonders für uns Großstädter gelten mag. Aber viel mehr noch umgekehrt: Gerade im Wald verliert sich der Blick für den einzelnen Baum. Und der hat oftmals ein Geschichte. Fremdländische Gehölze kamen auf weiten Wegen nach Europa, in die Lausitz. Erkennen wir sie ?

Robinie
Die Robinie ist ein ursprünglich fremder Vertreter unserer Flora.
Seit mehreren Jahrhunderten verbreitet er sich bei uns und
wurde so zu einer Selbstverständlichkeit.

Die meisten dieser Übersiedler der Pflanzenwelt sind für uns schon ganz alltägliche Vertreter der europäischen Flora geworden, wie z.B. die Robinie – von manchen auch (falsche) Akazie genannt. Andere erwecken unser Erstaunen – wie z.B. der Mammutbaum, der auch am Ufer der Spree inzwischen vereinzelt Wurzeln geschlagen hat.
Alljährlich am 25. April sind wir aufgerufen, uns bewusst zu werden wie wichtig Bäume für unser Leben sind. Sie spenden uns Schatten, erfreuen unser Auge mit ihren Blüten, ernähren uns mit Früchten und säubern unsere Atemluft. Dabei sind sie anspruchslose und stille Lebensspender, die unsere Aufmerksamkeit redlich verdienen.
Seit etwa sechs Jahren initiiert das Umweltamt der Stadtverwaltung anlässlich des Tages des Baumes Führungen durch ausgewählte Bereiche der Stadt, bei denen Fachleute über Herkunft, Geschichte und Eigenarten der Cottbuser Bäume sprechen. So auch in diesem Jahr.
Drei thematisch unterschiedliche Führungen werden vom kommenden Sonntag (14. April) an angeboten. Den Anfang macht ein Rundgang durch den Spreeauenpark, fachlich kommentiert von Landschaftsarchitekt Helmut Rippl und Gartenbauingenieur Ingo Hahn.
Neben dem Tertiärwald, der besonders den urzeitlichen Aspekt der Lausitzer Bewaldung illustriert und eine visuelle Vorstellung vom Aussehen der Landschaft vor der Kohlewerdung vermittelt, laden noch andere Bäume zum Entdecken ein: Fremdländisch…

 

 

 

 

Wacholder
Der gemeine Wacholder war 2002 der “Baum des Jahres”. 

Der Baum des Jahres 2002 Juniperus communis – der gemeine Wacholder

Wussten Sie, welches Nadelgehölz auf der Erde am weitesten verbreitet und trotzdem bei uns selten ist? Nein? Das ist der Gemeine Wacholder, Juniperus communis L. – der Baum des Jahres 2002. Ein Gehölz, bei dem man nicht sicher sein kann, ob es ein Strauch oder ein Baum ist. Er ist extrem vielgestaltig, mal Baum, mal Strauch – er kann säulenförmigen, auseinanderstrebenden oder flachen Wuchs annehmen und in Extremsituationen gar zum niederliegenden Gehölz werden. Aufrechte, säulenförmige Wuchsformen haben ihm auch den Namen ‘Zypresse des Nordens’ eingebracht. Baumförmige Exemplare haben einen astfreien unteren Stammabschnitt und kommen fast nur in Wäldern vor.
Obwohl ein Nadelgehölz, entwickelt er keine verholzten Zapfen, sondern eine Art ‘Beeren’. Diese machen aus jedem Lausitzer Wildbraten ein delikates Essen.
Jahreszeiten? Gibt’s beim Wacholder nicht. Oder sie sind nur mit der Lupe erkennbar, wenn er blüht. Um so mehr aber verändert sich die Landschaft um den Wacholder herum im Laufe des Jahres.
Obwohl er so weit und vom Flachland bis ins Hochgebirge verbreitet ist, hat er unter natürlichen Verhältnissen aufgrund seines sehr hohen Lichtbedarfes nur im Offenland Aussicht, länger zu überleben. Dies ist vor allem auf ärmeren Standorten des Tieflandes in beweideten Heidegebieten der Fall, wo er landschaftsprägendes Element wird und andere Gehölze vor Verbiss schützt. So wird er auch als Zierde der Heiden bezeichnet.
Der Wacholder steht in Deutschland auf der roten Liste und in einigen europäischen Staaten unter Naturschutz!

Spreeauenpark
Der
Spreeauenpark –
eine erste
Führung
lockt hier am
Sonntag.

Tag des Baumes weltweit

Weltweit wird jährlich ein “Tag des Baumes” begangen. Wie kam es dazu und welcher Tag ist der “Tag des Baumes” in Deutschland? Die Idee eines “Tag des Baumes” wurde als “Arbor Day” im amerikanischen Bundesstaat Nebraska geboren. In diese einst als “baumlos” bezeichnete Landschaft kamen Siedler, die rasch erkannten, wie wichtig Bäume – in vielerlei Beziehung- für das von ihnen besiedelte und überwiegend landwirtschaftlich genutzte Land sind. Unter ihnen war auch J. Sterling Morton, der mit seiner Familie 1854 nach Nebraska kam und sein Grundstück gleich mit Bäumen und Sträuchern bepflanzte. Er begann andere Bewohner für Baumpflanzungen zu werben. Als Journalist und Herausgeber von Nebraskas erster Tageszeitung hatte Morton dafür die günstigsten Voraussetzungen. Aus diesen erfolgreichen Anfängen entwickelte sich schließlich eine nach und nach die Vereinigten Staaten erfassende, regelrechte “Bewegung”, eben “Arbor Day”. J. Sterling Morton hat recht bekommen mit seiner Voraussage: “Andere Gedenktage werden der Vergangenheit anheimfallen – Arbor Day gehört die Zukunft!”. Am 10. April 1872, dem ersten offiziellen “Arbor Day”, wurden in Nebraska über eine Millionen Bäume gepflanzt!
Am 27. November 1951 fasste die FAO (Food and Agriculture Organisation) folgenden Beschluss: “Die Konferenz sieht es als notwendig an, dass sich alle Menschen sowohl des ästhetischen und psychologischen als auch des wirtschaftlichen Wertes des Baumes bewusst werden, und empfiehlt daher, jedes Jahr in allen Mitgliedsländern einen Weltfesttag des Baumes zu feiern, und zwar zu dem Zeitpunkt, der unter örtlichen Bedingungen als gegeben erscheint”. In Deutschland ist es der 25. April.
Der Baum, Sinnbild des Wachsens, des Jahreszyklus, der Erwartung und des Schutzes steht als Symbol für die uns umgebende Welt. Das KBJ ruft Ihnen zu: “Begehen auch Sie – als Einzelner, als Gruppe, als Gemeinde oder als Unternehmen – öffentlich den “Tag des Baumes”. Versuchen Sie geeignete Baumaktivitäten wie z.B. Baumpflanzungen zu fördern. Helfen Sie mit, eine Tradition zu schaffen, in der unser “Baum des Jahres” im Mittelpunkt steht und weiter wächst.

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