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Sonntagswanderung Nr.3 Allerlei Überraschungen in Peitz und Umgebung

Land und Leute | Von | 1. Mai 2002

Natürlich macht es vielmehr Spaß, eine Radtour statt allein in einer netten, unaufdringlichen Gesellschaft zu fahren. Das ist möglich mit den NahTouren, zu denen sich meist 25 bis 50 Radler zusammenfinden. Für ganz geringes Entgelt (Versicherung) reiht man sich ohne jeglichen Vereinszwang ein. Einer der großen Vorteile: am Tagesziele sind Besichtigungen vorbesprochen, zu denen es dann auch wirklich offene Türen und meist Erklärer gibt. Die Tourführer sind routinierte Radler, die die schönsten Wege kennen, aber nicht schneller als 18 Stundenkilometer fahren – ertretbar also für jedes Alter.

Festung

Der Aufstieg im restaurierten Festungsturm lohnt sich; von allen Etagen gibt es schöne Ausblicke wie hier auf die Peitzer Kirche.

Unsere heutige Tour ist leicht zu überschauen. Durch die Puschkinpromenade erreichen wir die Spree, überqueren sie auf der neuen Jägerbrücke und folgen dann den Schlängelungen bis zum Großen Spreewehr. Noch sind wir nicht durstig, aber es freut uns, daß die Gastronomie hier wieder angenehm einlädt; leider dümpelt aber die Museumsmühle mal wieder. Der Wasserschacht ist verkrautet, in die Mühle regnet’s rein.
Wir bleiben bis zur Saspower Brücke auf dem malerischen Damm und wechseln dann die Seite (falls die Brücke wieder freigegeben ist). Etwa 100 Meter nach der Brücke geht es nach links wieder spreebegleitend weiter. Bei Skadow wechseln wir erneut, um die weite Aue zu genießen, die dann zwischen dem Dammweg und dem Fluß liegt. Welch poesievolle Landschaft in ihren wogenden Wiesen und den Strauch- und Baumgruppen, die englische Parkschöpfer nicht idealer hätten setzen können.
An der Döbbricker Brücke wechseln wir wieder und haben nun ein langes, meist im Gegenwind anstrengendes Stück Spreedamm bis Maiberg vor uns. Dort verlassen wir den Damm und werden gleich nach den Häusern durch eine schöne Streuobstwiese entschädigt. Sie ist ein Lehrstück für kluge Wirtschaft der Altvorderen. Nein, Plantagen brauchten die nicht; sie pflanzten die Bäume so weit voneinander, als hätten sie Italiens Olivenhaine zum Vorbild. So ernten sie Obst für den Winter und haben dennoch ausreichend Gras fürs Vieh. Und schön sieht’s außerdem aus!

 

 

 

 

 

 

Windmühle

Ist’s noch Drehnow oder schon
Peitz? Beide Erwägungen des
ortsunkundigen Radlers sind
falsch. Die flügellose Holländer-
Windmühle gehört zu Turnow.

Der Asphaltweg schwenkt nordwärts, wird bald zum Sandweg. Wir überqueren die Malxe und haben eine der unangenehmen Überraschungen dieses Tages. Eine große Pappel liegt quer, beiderseits stehen die Felder unter Wasser. Kein Durchkommen, wie’s scheinen will. Doch vereinte Kräfte bahnen einen Kriechweg. Die herrliche Weite entspannt, hoch singt die Lerche ihr Lied. Wir rollen nach Drehnow hinein und sehen ein geordnetes, reinliches Dorf. Am Ortsausgang folgen wir nicht der Autostraße, sondern bleiben auf Geradeaus-Richtung. Die Häuser gehören schon zu Turnow, wie auch die Holländermühle, an der wir nun freudig überrascht werden: Der Müller ist guter Laune und läßt uns ein ins Allerheiligste. Hier auf dem Turnower Galgenberg stand einst eine Bockwindmühle, die 1858 von diesem backsteinernen Holländer-Modell abgelöst wurde. Die Familie des heutigen Müllers stellte noch bis 1936 die Flügel in den Wind. Gemahlen wird noch immer, nun jedoch elektrisch. Gern wirft Ernst Dubrau den “Riemen auf die Orgel” oder führt seinen Paternoster für Schrotsäcke und sich selbst vor. Und auch sein komplettes Büro ist zu bestaunen – hier zählt noch Effektivität!

 

 

 

 

 

Büro

Aber das wird nebensächlich,
wenn Müller Ernst Dubrau ins
Erzählen gerät, die Mühle auf-
schließt und nicht nur sein
komplettes Büro 
besichtigen läßt

Wir radeln weiter Richtung Peitz. Der dicke Festungsturm ist unser Tagesziel. Von außen kennt ihn fast jeder, diesen trutzigen Gesellen. Er ist Rest einer Festung, die vor 450 Jahren – wen auch immer – abwehren sollte. Die Legende erzählt, daß österreichische Belagerer die Zitadelle einmal sprengen wollten, woran sie ein Platzregen hinderte. Welch eine Kriegslist!
Die Preußen selbst ließen dann das Bollwerk schleifen, und manch Peitzer Siedler holte sich Stein für Stein. So blieb nur der dicke, heute sehenswerte Turm.
Von ihm radeln wir weiter über den Markt, später am geschichtsträchtigen Peitzer Friedhof vorbei hin zum Hälterteich und zum Hüttenmuseum. Das freilich ist Programm für einen anderen Tag (oder für die Museumsnacht kommenden Sonnabend), denn ein ganzer Hüttenbezirk mit Museen, Handwerk, Aktionen und Gastronomie lädt hier sehr attraktiv ein.
Wir treten noch einige Male durch und erreichen die Maustmühle, ein altes Ausflugslokal, das zumindest Imbiß im Garten anzubieten hat. Es scheint, als habe der Ort bessere Zeiten gesehen, aber Wurst auf Pappe ist besser als nichts.
Heimwärts geht’s am neuen Hammergraben entlang durch Lacoma und wieder ab Saspow stromauf.

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