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Waldwechsel: blasse Birke statt harziger Kiefer?

9. April 2021 | Von | Kategorie: Unterhaltung & Freizeit |

Knappes Wasser, und nun? / BTU-Ringvorlesung mit Finsterwalder Forstexperte Dr. Dirk Knoche.

Region (i.a.) Das Semester der Ringvorlesungen von Wasser-Cluster und BTU geht digital in die nächste Runde: Dienstag (13.4.), 17.30 bis 19 Uhr, referiert Dr. Dirk Knoche vom Finsterwalder Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V.
Die Lausitz, so sein Blick, zählt zu den klimaempfindlichsten Landschaftsräumen in Mitteleuropa: In Trockenjahren, wie 2003, 2006, 2018 oder 2019, blieb der Jahresniederschlag unter 400 Millimeter. Hitzeepisoden führen zu 40 Grad Celsius im Schatten. Weitere Erwärmung wird bei schwach rückläufigen Niederschlägen erwartet. Dazu häufigere extreme Wetterereignisse.
Dem “Patient Wald” geht es nach drei Jahrhundertsommern in Folge dramatisch schlecht. Jeder sieht es, selbst stadtnah. Die Gemeine Kiefer stirbt unter Wassermangel, Hitze und Borkenkäferbefall. Hunderte Hektar an Kiefern sind tot oder stark geschädigt. Mehr noch: In allen Fern-Prognosen (2051-2100) erweist sich die nördliche Baumart als zu hitzeempfindlich. Schon heute markiert die Lausitz – klimageographisch gesehen – die südwestliche Arealgrenze der Kiefer. Wärmeliebende Laubgehölze wie Eiche, Winter-Linde oder Hain-Buche profitieren hingegen von längeren Vegetationszeiten und milderen Wintern. Das aber nur dann, wenn der Boden genug Wasser halten kann: Auf durchlässigen Sanden droht auch ihnen Trockenstress-Risiko.
Waldbauliche Spielräume werden enger. Aber helfen millionenschwere Aufforstungsaktionen und exotische „Alternativbaumarten“? Eher nicht. Sich leicht ansamende Pionier- und Übergangsgehölze, etwa die Gemeine Birke, können auf Kahlflächen elementare Waldfunktionen sichern – und das zum Nulltarif. Sieht der Wald der Zukunft also „blond“ aus?
In die Online-Vorlesung gelangen Sie per: https://b-tu.webex. com/b-tu/onstage/g.php?MTID =e98cb7ec8184799b400bd5c7c691f1cda

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