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„Tourismus ist nicht das Allheilmittel“

19. März 2014 | Von | Kategorie: Wirtschaft |

CDU-Kandidat für das Stadtparlament, René Markgraf, warnt vor Vernachlässigung der Wirtschaft
Senftenberg (mk). Senftenberg gleich Seenland. Seenland gleich Tourismus. Tourismus gleich Wohlstand. Zugespitzt ist es diese Rechnung, welche der CDU-Kandidat René Markgraf den Stadtverordneten vorwirft. Das Ergebnis stimmt seiner Meinung nach nicht. Wer junge Leute hierbehalten oder herholen möchte, muss gut bezahlte Jobs anbieten können, ist die einfache Rechnung des Senftenberger Unternehmers – und diese Jobs gibt es vor allem in der Wirtschaft.
Dass die Stadt in den Tourismus investiert, kritisiert Markgraf, der acht Jahre sachkundiger Bürger im Bauausschuss war, nicht. Er selbst wohnt am Senftenberger See in der Nähe des neuen Stadthafens. Allerdings müsse vor jeder Investition eine Frage stehen und zwar diese: Wie viele Arbeitsplätze schaffe ich damit? Hier ist eine zu starke Fokussierung auf den Tourismus nicht ratsam, so der CDU-Kandidat. Mit Saisonarbeitsplätzen allein könnten Gewerbesteuer-Einnahmen, die für den Erhalt von öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Bibliotheken nötig sind, nicht in Größenordnung sprudeln. Deshalb will René Markgraf mit seiner Kandidatur ein Signal setzen. Gesund wäre es nach dem Unternehmer, wenn der Tourismus sieben bis acht Prozent der Wirtschaftskraft ausmacht. „In Senftenberg sind es medial gefühlte 50 Prozent“, kritisiert der Kandidat und ergänzt: „Der Tourismus ist nicht das Allheilmittel“. Zudem warnt er davor, bei der Hochschulpolitik zu stark die Gesundheitsstudiengänge zu fokussieren.
Um Studiengänge wie Maschinenbau oder Elektrotechnik in Senftenberg zu halten, müssen alle Register gezogen werden, rät der Unternehmer, der sich auch wegen dieser hier vorhandenen Studiengänge an diesem Standort angesiedelt hat. In diesem Zusammenhang will René Markgraf für die Stadt, die nun eine Universitätsstadt ist, ein schnelleres Internet vorantreiben. Die aktuell vorhandenen Übertragungsraten sind weder für Studenten noch für Unternehmer zeitgemäß. Nicht hinnehmen will der CDU-Kandidat zudem die Aussage, dass die Senftenberger Gewerbegebiete überfüllt sind. Hier, so Markgraf, sollte die Stadt aktiv an Firmen oder Privatpersonen herantreten, um diese bei der Vermarktung bis hin zum Verkauf von leerstehenden Gewerbeflächen oder Hallen zu begleiten oder zu unterstützen. Neue Gewerbeflächen sollten nur für echten Bedarf mit möglichst nachzuweisenden Gewerbe- bzw. Einkommens-
steuereinnahmen erschlossen werden. René Markgraf setzt vor allem deshalb auf die wirtschaftliche Karte, da er vom Museum über das Theater bis zur Bibliothek alle sozialen Einrichtungen der Stadt erhalten will. Mit dem Tourismus allein, prophezeit er, wird das nicht gelingen.
Zur Person: René Markgraf ist Geschäftsführer der IBAR Sys-temtechnik GmbH in Senftenberg. Zudem ist er im Vorstand des Fördervereins der Hochschule Lausitz aktiv.




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