Brandenburg hat eine Büchse der Pandora. Wer sie öffnet, beschwört Unheilvolles herauf. Das sagten zumindest die Landtagsabgeordneten Werner-Siegwart Schippel (SPD) und Roswitha Schier (CDU) am Dienstag, als in Raddusch mehr Personal für das Jahrhundertproblem verockerte Spree gefordert wurde. Wer diese Forderung aufstellt, so Roswitha Schier wörtlich, öffnet eine Büchse der Pandora. Die Büchse ist das Personalentwicklungskonzept des Landes. In dieser steckt auch die Forderung nach mehr Personal für Jugendämter, für Schulen oder die Polizei. Mit der Büchsenöffnung verhält es sich aber genau andersherum. Brandenburg kann es sich nicht leisten, diese Büchse verschlossen zu halten. Sie muss geöffnet werden. Die Schul-Büchse um der Zukunft willen. Die Jugendamt-Büchse um unserer Kinder willen. Die Polizei-Büchse um der Sicherheit willen. Hier den Büchsenöffner zu schonen, ist wahrlich unheilvoll. Wer an diesen Stellen heute spart, zahlt übermorgen das Doppelte. Schließlich löst sich auch das Problem der braunen Spree nicht von Zauber- sondern allenfalls durch Menschenhand. Das Personalentwicklungskonzept des Landes darf nicht zur Sparbüchse ohne jedes Augenmaß und Weitsicht verkommen. Vielmehr muss es ein ständiges Öffnen und auch Schließen geben. Denn im Gegensatz zur Büchse der griechischen Mythologie, aus der nur menschliche Übel entwich, kann in die Büchse „Personalentwicklung“ auch Personal zurück fließen. Dann, wenn weniger Sicherheit, weniger Lehrer nötig sind, weniger Ocker bekämpft werden muss. Stets verschlossen ist es in der Tat eine Büchse der Pandora. Eine Büchse, die keinen Groschen wert ist.
M. Klinkmüller
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