Altes Cottbus: Kaiser-Platz vor dem fehlenden Thor

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C trifft zu – das Bild zeigt den Kaiser-Wilhelm-Platz

Aus dem Neustädter wurde ein Kaiser- / Thälmann- / Brandenburger Platz.
Es lag wohl an dem schönen Motiv und an Weihnachten, dass uns diesmal besonders viele Zuschriften erreichten. Danke, danke für die freundlichen  Weihnachtswünsche.
Natürlich haben Leser nachgeschlagen und fanden heraus, dass dort, wo heute Verkehr fließt, um 1850 ein verschilfter Teich lag. Das eigentliche Tor wurde 1875 aufgegeben, 1879 wurde die massive Bastei abgerissen. Es entstand eine herausfordernde städtebauliche Situation, die bald reif war für eine „kaiserliche“ Taufe.
Jens Pumpa aus der Rostocker Straße schreibt: „1888 beschlossen die Stadtverordneten, den Neustädter Platz zum Gedenken an Kaiser Wilhelm I. in Kaiser-Wilhelm-Platz umzubenennen. Der Platz diente für Wochen- und Jahrmärkte, bis 1904 eine Anlage im französischen Gartenstil entstand. 1946 wurde der Platz in Thälmannplatz umbenannt, nach der Wende in Brandenburger Platz.“
Klaus Herold findet: „Es ist eine interessante Ansichtskarte, die vermutlich vor der Jahrhundertwende fotografiert worden ist. An der Ecke Burgstraße sehen wir noch die alte Bebauung. Die Gleise der ‘Elektrischen’ kamen erst 1903. – Für mich gilt Antwort C, da ab 1895 der Kaiser-Wilhelm(s)-Platz und die Kaiser-Friedrich-Straße (heutige Karl-Liebknecht-Straße) im Adressbuch von Cottbus nachweisbar sind.“
Georg Müller hat Lyrik im Ohr: „Ohne Brunnen und Lindenbaum geht’s hier vor dem Thore natürlich voll und ganz um den Kaiser-Wilhelm-Platz. Der ‘Dicke’ (nicht der Kaiser, sondern der Turm) hat seit dem Abgang der unförmigen Bastei aus dem 16. Jahrhundert sein bauliches Image ohnehin mehrfach aufpolieren lassen. Viel hat der Aufrechte aus dem 15. Jahrhundert erlebt, damals das Palaver der aus Görlitz und Böhmen kommenden Kaufleute und dann die machostärkenden mehrmaligen Restaurationen am Innenleben und dem äußeren Aussehen. Der Turm wird von den Cottbusern geliebt, längst auch als Aussichtsplattform genutzt. Ein Bauwerk ohne Vergänglichkeit.“
Übrigens: Joachim Skorna aus der Friedrich-Eberst-Straße und auch andere weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Platz dem Wilhelm Nr. I gewidmet war, also nicht dem letzten.

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