Altanschließerbeiträge gefährden Existenzen / Handwerkskammer bietet Rat an
Cottbus (mk). So kann Weihnachtspost der Stadt Cottbus aussehen: Wir hätten gern
60 000 Euro von Ihnen, zahlbar innerhalb von vier Wochen. Dr. Wilfried Belka las diese Zeilen am 20. Dezember. Seitdem ist er ratlos. Für seinen Bio-Landhof an der Kutzeburger Mühle soll er Altanschließerbeitrag zahlen. Was er jetzt machen soll, weiß er nicht. „So viel Geld hat doch keiner in der Portokasse“, klagt er. Für Reit- und Pferdestall mit zwei Toiletten soll er nun ein kleines Vermögen aufbringen. Dabei, so der Landwirt, ist der berechnete Hektar reine Landwirtschaftsfläche. „Den ‘irrsinnigen Flächenzuschlag’ der Stadt, versteht kein Mensch“, sagt er weiter. „Die Stadt hat den Rahmen der Normalität verlassen“, wirft der Landwirt dem Rathaus vor. Die Stadtpolitik bezeichnet der Unternehmer als verlogen. Auf der einen Seite bekommt der Reitstall als Sportförderung zweihundert Euro in eine Tasche gesteckt und aus der anderen sollen nun 60 000 Euro wieder genommen werden. „Wir machen hier Kinder- und Jugendarbeit. Die soll auch bezahlbar bleiben“, wünscht sich Dr. Wilfried Belka, der erstmal Einspruch gegen den Bescheid erhoben hat. „Hierbei will die Handwerkskammer den Unternehmern helfen“, sagt Knut Deutscher als Hauptgeschäftsführer. „Durch die ‘Weihnachtspost’ der Stadt sind einige Unternehmer in Exis-tenznot geraten“, weiß er. Die Handwerkskammer selbst hat am 17. Dezember für ihr Weiterbildungsobjekt in Gallinchen einen Bescheid in Höhe von 188 000 Euro erhalten. Als „unternehmerfeindlich“ bezeichnet Knut Deutscher die Handlungsweise der Stadt. Die Kammer will Betroffenen beim Verfassen von Einsprüchen helfen. Auch wie und ob sich die Beträge stunden lassen, können Unternehmer bei der Handwerkskammer erfahren.









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