
Die jetzige Berliner Straße war im Mittelalter Teil einer traditionellen Handelsstraße.
Cottbus ( jk). Die Berliner Straße in Cottbus führt vom Altmarkt kommend bis nach Ströbitz und trug schon viele Namen. Diese wechselten auch entsprechend ihrer Nutzung. Sie war einst eine traditionelle Handelsstraße in Richtung Vetschau, Lübbenau und weiterführend nach Berlin. Im Mittelalter wurde sie Teil der niederen Salzstraße zwischen den Messestädten Leipzig und Breslau. In der Übergangszeit vom 19. zum 20. Jahrhundert hieß sie dann bereits Berliner Straße und entwickelte sich zu einer wichtigen Geschäftsstraße mit einer dichten Bebauung von Fabriken und Wohnhäusern. Neben den Siedlungen mit Mietwohnungen entstanden um 1900 herum viele prunkvolle Wohnbauten, von denen zum Glück heute etliche in neuer Schönheit erstrahlen.
Ein beliebter Treffpunkt ist die Sonnenuhr in der Nähe des Altmarktes. In jedem Jahr werden die Pflanzen neu gesetzt und bringen einen schönen Farbtupfer ins Stadtbild. Das Motto “Man muss der Zeit Zeit lassen” regt an, mal entschleunigt einen Kaffee oder ein Eis zu genießen. Und wer dabei an eine längere Auszeit denkt, der besucht das gegenüberliegende Reisebüro creativ tours. Das freundliche Team hat immer mal einen zusätzlichen Tipp für aktive Erholung – kreativ eben. Auch wenn es von außen noch nicht so aussieht: gegenüber der Stadthalle, in der Berliner Straße 6, wird es bald richtig lebendig. In den Räumen des ehemaligen Kommunalen Rechenzentrums ist die im September 2015 gegründete KULa – Kulturakademie Niederlausitz zuhause. Unter der Leitung von Bodo Bärwinkel entsteht hier nun auf 572 qm die erste Kunstschule in Cottbus, die nach einem anderen Konzept arbeiten wird als reine Musikschulen. Natürlich wird es Unterricht für Gesang und diverse Instrumente geben, aber auch Werkstätten für Wortgestaltung oder Theaterspiel. „ Das Haus soll sich zu einem Knotenpunkt für die Niederlausitz entwickeln, wo verschie-
dene Genres zusammengeführt werden. Es geht um die Möglichkeit, sich auszuprobieren und um das Entdecken der eigenen Kreativität.“ Es gibt reichlich Platz für Probenräume von Bands oder Theatergruppen. Auch ein professionelles Tonstudio ist vorhanden. Viele Vorstellungen, viele Ideen – wer sie kennenlernen will sollte sich Samstag, den 16. September, vormerken: beim Tag der offenen Tür werden in bisher 12 Unterrichtsräumen kompetente Ansprechpartner auf ihre Besucher warten. Übrigens: insgesamt gesehen könnte hier sogar ein richtiges Bildungszentrum entstehen, denn in die anliegenden Gebäude werden die Volkshochschule und ein weiterer Teil der Stadtverwaltung einziehen. Nach dem Überqueren der Karl-Marx-Straße beginnt die Entdeckungsreise der Baustile. Quasi als Nachbarn sind verschiedene architektonische Handschriften zu bewundern. Ein Blick auf die Fassade des Hauses 112 mit ihren vielen Verzierungen lohnt ebenfalls. Nebenan werden im Steakhaus Amedo in der Berliner Straße 111 vom Team um Chef Achmed Gumaan seit 2013 leckere Steaks aus argentinischem Rindfleisch, herzhaft belegte Pizzen, italienische Pastavariationen, Salate und Fischgerichte serviert – übrigens nicht nur im Restaurant, sondern auch auf der von der Straßenseite nicht zu sehenden kleinen Terrasse hinter dem Gebäude. Kurz vor der nächsten Ampelkreuzung, in der Berliner Straße 53, ist der Sitz der Fahrschule West, die mit jahrelanger Erfahrung, Kompetenz und Freundlichkeit punktet. Der Chef Harald Schwenke schätzt konsequentes, aber ruhiges und konzentriertes Lernen.„ Eben daher bieten wir auch in den Oktoberferien wieder spezielle Kurse an. Innerhalb von nur sieben Tagen wird die komplette Theorie für die Klassen A und B, also Kräder und PKW, vermittelt. Die Ferienkurse haben den besonderen Vorteil, dass hier der Fokus der Schüler auf dem Stoff der Fahrschule liegt, weil kein Schulstress parallel läuft.“ Für den Kurs vom 23. bis 30. Oktober sind noch Plätze frei. Auch wenn das neue Schuljahr unmittelbar bevorsteht – die Anmeldung dafür den Ferienkurs kann bereits jetzt erfolgen.Vieles gibt es noch zu entdecken, ehe die Berliner Straße an der Ewald-Müller-Straße/ Friedrich-Hebbel-Straße endet und als Kolkwitzer Straße weitergeführt wird.
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