
Weißes Roß mit Luxus-Inventar
Berliner Platz war Gleistreff mehrerer Linien der Cottbuser Straßenbahn
Die Leserbriefmappe bot wieder interessante Zuschriften.
Jürgen Klingmüller mailte uns: „Richtig ist Buchstabe B. Das Gebäude rechts im Bild war das Restaurant Norddeutsche Bierhalle. Nach dem Krieg bis zur Umgestaltung des Stadtzentrums war hier eine Freifläche. Einen kleinen Teil davon nutzte die Inhaberin der Eisenwarenhandlung Stein als Ausstellung für Handwagen und andere Produkte aus Holz.“
Und Jens Pumpa konkretisierte diese Angaben: „Das Gasthaus Weißes Roß – links im Bild – befand sich dort, wo heute das Gebäude der Hauptpost steht. Im Gebäude ganz rechts waren die Norddeutsche Bierhalle, die bereits im Jahre 1700 als Schenke erwähnt wurde, und ein Herrenmodengeschäft untergebracht. Der Triebwagen der Straßenbahn kam aus Schmellwitz und bog hier in Richtung Sandow ab.“
Unser Leser Joachim Skorna schrieb uns: „Es ist natürlich der Berliner Platz in seiner anspruchsvollen Gestaltung von vor 1945. Das Gebäude rechts war eine von Vereinen genutzte Gaststätte. Das Weiße Roß links war ein wirklicher gastronomischer Diamant mit sehr wertvollem Inventar. Trotz vieler guter Beispiele ist heutzutage ein solches Schmuckstück in Cottbus nicht anzutreffen.“
Richard Adolph ergänzte dazu: „Die monumentalen Bauten auf dem Bild, das Hotel Weißes Roß, das Geschäftshaus des Fleischermeisters Stumpe und die Gaststätte Norddeutsche Bierhalle, wurden mit dem Einzug der ‘siegreichen Sowjetarmee’ in den letzten Kriegstagen zerstört. Die sichtbaren Gebäude in der Berliner Straße, wie die Gaststätte Börse, Drogerie Brausewetter usw., wurden Ende der 60er-Jahre im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Stadtzentrums und den geänderten Straßenführungen abgerissen.“
Ursula Blumentritt verbinden mit unserem „Damals-war’s“-Bild ganz persönliche Erinnerungen: „Ich ging in den Jahren 1943 bis 1945 bis zum Kriegsende in die damalige ‘Wallschule’ am Berliner Platz und konnte auf meinem Heimweg von der Schule täglich die wunderschönen Eckhäuser bestaunen. Wie Sie schon schreiben – von den prächtigen Gebäuden ist nichts mehr erhalten.“
Georg Müller erinnerte sich ebenfalls: „Sieben Jahrzehnte zurück: Das Hotel Weißes Roß und die Fleischerei Gustav Stumpe präsentieren im glanzvollen Baustil der Neurenaissance stadttorähnlich den weiteren Verlauf der Berliner Straße, einst die Luckische Gasse genannt, Richtung Ströbitz. Es ist der Berliner Platz, damals der Gleistreff der Cottbuser Straßenbahn Richtung Ströbitz, Friedrich-Ebert-Straße und Sandow; die vierte Ausdehnung zur Komplettierung des innerstädtischen Personenverkehrs kam bekanntlich Jahrzehnte später in Richtung Süden durch die Stadtpromenade.“












