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Altes Cottbus: Cottbuser Enkebrunnen fand dauerhaftes Heim auf Breitscheidplatz

25. Februar 2022 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Enkebrunnen

Zu sehen ist der Enkebrunnen in Cottbus

Manfred Gnida aus Spremberg schreibt auch diesmal sehr ausführlich und spannend: „An Antworten, besonders von Cottbusern, wird es ein zahlreiches Angebot geben. Viele Ansichtskarten zeigen diesen historischen Ort. 1750 wurden hier Wallanlagen eingeebnet und das Gelände trockengelegt. Die freigelegte Fläche wurde Neustädter Platz genannt und erst durch einen Beschluss der Stadtverordneten 1888 zum Gedenken an Kaiser-Wilhelm I. in Kaiser-Wilhelm-Platz umbenannt. Die Südseite des Platzes, wo heute der hier gezeigte Brunnen steht, wurde um 1875 als Königsplatz benannt, da angeblich Friedrich II. im angrenzenden Lobedanhaus wohnte. Der große Platz diente früher Wochen- und Jahrmärkten, bevor 1903/04 durch Mitwirkung des Verschönerungsvereins eine repräsentative Anlage entstand. Der Platz wurde beliebter Ort zum Verweilen. Seit 1928 und auch kurz nach dem Krieg gab es hier die Osterwiese. Der vorn sichtbare Brunnen wurde nach seinem Stifter, dem Cottbuser Druckereibesitzer Otto Enke, benannt und 1929 eingeweiht. Der Entwurf stammt vom Berliner Architekten Eugen Schmohl und die Bronzefigur schuf der Bildhauer Wilhelm Gerstel, was nicht so bekannt ist, denn dieser Brunnen hat einen Zwilling in Bochumer Rosengarten. Das Foto könnte aus den 1950er Jahren stammen. Man erkennt im Hintergrund die Fabriken von Herfarth und Huckenbeck. Der Platz wurde 1946 Thälmannplatz, ab 1993 Brandenburger Platz. Der Enke-Brunnen steht jetzt am Breitscheidplatz. Dort befand sich einst eine Toilette, die etwas tiefer lag und bei der Neugestaltung des Kreuzungsbereiches zurückgebaut wurde. Wer sie nutzen wollte, sagte damals: ‘Ich gehe mal U-Bahn fahren’, und alle wussten Bescheid, was gemeint war.“
Auch Rainer Wollmann aus Kolkwitz-Hänchen erkennt den Enke-Brunnen: „Cottbus hat sehr schöne Brunnen. Dies ist eines der schönsten Wasserspiele. Der Brunnen wurde in Berlin entworfen und hergestellt. In Cottbus wurde er mehrmals umgesetzt. Letzter Standort war der Blechenpark, bis er 1997 zum Rudolf-Breitscheid-Platz kam. Er wurde seinerzeit durch den Inhaber der Geschäftsbücherfabrik und Großdruckerei Otto Enke gestiftet. Die Enkefabrik steht in Ostrow. Zu DDR-Zeiten wurde sie vom VEB Starkstrom-Anlagenbau genutzt. Die Eigentümer-Standortgemeinschaft Ostrow beschloss 2010 die denkmalgerechte Sanierung des Komplexes zu Wohnzwecken. Otto Enke ist also ein Teil der Cottbuser Stadtgeschichte geblieben.“
Michael Max mailt: „Das Foto zeigt den Kaiser-Wilhelm-/Thälmann-/Brandenburger Platz in Cottbus. Der Enkebrunnen fristete zur DDR-Zeit ein recht kümmerliches Dasein im Blechenpark. Er war dort ohne jeden Zierrat in der Nähe des mittlerweile gestohlenen Blechendenkmals abgestellt. Wie schön, dass er seit der BuGa-Zeit auf dem Breitscheidplatz steht und sprudelt. Als filigranes Meisterwerk ist er jedoch leider nicht sehr vandalismusbeständig.“
Auch G. Peschank erinnert sich an den im Rätselbild gezeigten Standort des Brunnens. Er schreibt: „Der Brunnen wurde im zeitigen Frühjahr immer im Viereck mit dunkelblauen Stiefmütterchen umpflanzt. Ebenso die Streifenbeete, hier jedoch in blau und gelb. Die Umwegung war mit einem rotbraunen Feinsplitt belegt. Etwa 20 m vor dem Ende des Platzes kreutzte ein Gehweg und führte rechts in die Pücklerstraße (heute Franz-Mehring-Straße). Den Platz umschlossen nach beiden Seiten Fliedersträucher in allen Farben. Ein Soldaten-Denkmal hatte den Standort etwa fünf Meter links neben der hinteren Bank.
In den 1970er Jahren wurde mit dem Rückbau des Parkes zugunsten des Straßenbaus begonnen.
Heute ist von der Grünanlage nur noch ein längs zur Hälfte durchgeschnittener Teil vorhanden. Von einer gepflegten Grünanlage kann bei zeitweilig schlechtem Zustand zur Schande der Stadt keine Rede mehr sein. Aber im Frühjahr blüht noch heute eine wuchtige Kamelie. Ihr Alter muss weit über 100 Jahre sein. Ihr Standort liegt hinter den beiden Bänken links.“
Was die Pflege der Anlage betrifft, hat Brigitte Albrecht vom Striesower Weg in Cottbus einen ganz anderen Eindruck: „Der Platz hat seine Namen im Lauf der Geschichte mehrfach geändert: vor 1945 Kaiser-Wilhelm-Platz, nach dem zweiten Weltkrieg Ernst-Thälmann-Platz, heute der Brandenburger Platz. Die gärtnerische Gestaltung und saisonale Pflege sind immer eine Augenweide für die Bewohner der Stadt.“
Jens Pumpa aus der Rostocker Straße in Cottbus fasst schließlich zusammen: „Bei dem Brunnen handelt es sich um den Enkebrunnen. Er wurde gestiftet vom Verleger, Inhaber der Geschäftsbücherfabrik und Großdruckerei Otto Enke. In den 1930er-Jahren setzte man den Enkebrunnen auf den westlichen, den vorderen Teil des damaligen Kaiser-Wilhelm-Platzes, des heutigen Brandenburger Platzes. Dort stand der Brunnen für viele Jahre auf einem Stück Wiese, umrahmt von Blumenbeeten. Irgendwann gingen die Fische und die ‘Schwebende’ verloren. Mit dem Bau von Heizleitungen in der Stadt verlor der nicht mehr funktionstüchtige Brunnen seinen Standplatz. Er fand in der Nähe des Carl-Blechen-Denkmals im gleichnamigen Park einen neuen Standort. Dort geriet er fast in Vergessenheit.
Dank der Mitglieder des Rotary-Clubs und vieler Cottbuser konnte der Brunnen aufwändig restauriert, die Fische wiederhergestellt werden und der Brunnen im Beisein von Enkelin und Enkel des Stifters Otto Enke am 13. Juni 1997 auf seinem angestammten Platz, dem Rudolf-Breitscheid-Platz, enthüllt werden.“

Breitscheidplatz

Der Enkebrunnen hat, von Firmenpaten gut betreut, auf dem Breitscheidplatz seinen dauernden Ort gefunden.
Foto: CGA/h.

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!

 

 

 

 

 

 




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