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Bilder aus dem alten Cottbus: Holzpflasterstraße gegen Räderrasseln

Damals war´s, Bilder aus dem alten Cottbus | Von | 13. November 2020

Am Oberkirchplatz stand die Schule des Australienforschers Leichhardt.

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Dieter Leubauer fotografierte eine zum Rätselbild analoge Ansicht im Sommer 2018 während der Umgestaltung des Platzes

Das schöne Bild von etwa 1970 weckte Erinnerungen. Ulrich Buder aus der Cottbuser Hubertstraße schreibt: „Die Straße nach oben rechts führt zum damaligen Clou, zum Kino Kammerlichtspiele, zur Ritterklause und zum Musikalienladen. Das Haus vorne links steht nicht mehr. Da war mal, glaube ich, eine Kneipe drin. Dahinter ist die AOK und nach links lief die Klosterstraße, wo früher der berühmteste Straßenfeger von Cottbus gewohnt hat. Man sah ihn immer im Russenmantel! Er unterhielt die Cottbuser immer mit launigen Reden im Alkoholrausch. Ganz vorne, im Bild nicht zu sehen, war Glashandel Rütz. Es gab Leute, die in den Glashandel Rütz von hinten über den Hof Gläser heraus geholt haben und sie vorne wieder verkauft haben. Dort war nur ein Zaun aus Kisten und alten Gerippen. Kinder, die kein Geld hatten, spielten dort ihre Streiche. Zur Sandower Straße zu hatten Hartmanns ihren Wagen stehen, wo leckere Bratwürste verkauft wurden – für 95 Pfennig das Stück mit Ostbrötchen.“
Alexander Kahl-Schwarz aus Cottbus meint: „ Der hier gezeigte Straßenbereich am Oberkirchplatz war ursprünglich die ‘Kleine Kirchstraße’, während die Fr.-L-Jahn-Straße die “Große Kirchstraße” war. Um den sozialistischen Neubau zu garantieren, hatte man keine Skrupel, die mittelalterliche Klosterstrasse zu ‘verlegen’. Diese verlief nämlich, von der Kreuzgasse kommend, geradeaus auf die Klosterkirche. Warum man im Mittelalter diese Straßenführung so ‘krumm’ legte, wurde bei den Bauarbeiten ersichtlich: hinter dem nördlichen Altmarktbereich erstreckten sich große Erdentnahmegruben aus dem 11./12. Jahrhundert. Dessen Aushub diente der Aufschüttung des Schlossberges. Der Oberkirchplatz war übrigens im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit Friedhof, wurde aber schließlich überbaut. Diese Gebäude, in alten Karten als ‘Stadthof’ bezeichnet, wurden in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts abgerissen. Das auf dem Foto vorne zu sehende Gebäude stand nahe am alten Gymnasium.“
Das erwähnt auch Klaus Reiter: „Im Vordergrund, schon abgerissen, stand das erste Cottbuser Gymnasium (Lateinschule), erbaut 1715, seit 1937 Heimatmuseum. Ludwig-Leichhardt machte 1831 sein Abitur dort. Links das Haus war ein Wohnhaus mit Lebensmittelladen Bauer.
Viele der alten Häuser wurden abgerissen, denn im Juli 1984 war Grundsteinlegung für das Wendenviertel. Sehr beliebt war die Straße nach rechts. Dort befand sich ein Kino und eine Nachtbar. Wer ein Abenteuer suchte, konnte seit den 70ern ins ‘Clou’ gehen. 1998 wurde alles geschlossen und 2005 abgerissen.“ „Heute erinnert ein Leichhardt-Denkmal an dieser Stelle an die Schule“, erwähnt Jens Pumpa, und Lothar Haase aus der Spreestraße und andere erinnern daran, dass die geschwungen über den Platz führende Straße noch zur Zeit des Fotos Holzpflaster hatte, damit das Rasseln der Wagenräder weder Unterricht noch Gottesdienste störten.
„Die jetzt hier stehenden Neubauten passen sich gut in die Ansicht des Oberkirchplatzes ein, zu sehen auf meinem Foto vom August 2018“, meint Dieter Leubauer.
Gewonnen hat Monika Janke aus Cottbus. Glückwunsch!
Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!



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