
Uhrmacher Wenzke sorgte für Aufregung / Anwohner halfen beim Affen fangen / Sparkasse entstand 1993.
„Dieser Parkplatz befand sich in der Straße der Jugend Ecke Ostrower Straße. Heute steht an diesem Ort die Sparkasse Spree-Neiße Geschäftsstelle Breitscheidplatz“, notiert Susanne Haupt und ähnlich viele weitere Leser. Horst Hauptmann geht in der Geschichte noch etwas zurück und schreibt: „Vorher wurden die Häuser von Optiker Bergte, Uhrmachergeschäft, der Früh- und Spätverkaufsstelle und der Drogerie Bevermann abgerissen. Vorn rechts ist das Wohnhaus mit dem Fachgeschäft ‘Farben und Lacke’ zu erkennen. Dieses wurde in der letzten Zeit ebenfalls zurückgebaut und durch einen Anbau der Sparkasse ergänzt. Das Gebäude im Hintergrund wurde modernisiert und rundet die Ansicht des Platzes ab.“
Gabriele Wrobel erinnert sich an das Uhren- und Schmuckgeschäft. „Dort ließ ich meiner Tochter in den 1980er-Jahren Ohrlöcher stechen.“ Außerdem verweist sie auf die Straßenseite gegenüber, wo sie die Werbeglaskästen des Kinos Weltspiegel erkannte. Zu dieser Seite ergänzt Jens Pumpa: „Vorn links, dort wo die zwei Vitrinen standen, erstreckt sich heute die Eckbebauung ‘City-Point’.“ An den Baubeginn der Sparkasse erinnert sich Michael Kuhrt. Er mailt: „Die Grundsteinlegung erfolgte 1993. Links im Bild sieht man das 1992 fertig restaurierte Lobe-danhaus, eines der letzten Zeugnisse der sogenannten Bürgerhausarchitektur. Also müsste das Foto zwischen 1992 und 1993 entstanden sein.“
Das Wohnhaus erkannte Horst Klausch sofort, weil „ich von 1965 bis 1971 in der Ostrower Straße 3 wohnte. Das Haus ist in der rechten Bildhälfte, am oberen Rand, gut zu erkennen. Auf dem Parkplatz wurde ab 1993 die Sparkasse Spree-Neiße gebaut. Das Überbleibsel von ‘Farben-Lacke-Tapeten’, rechts im Bild, ist inzwischen auch dem Erweiterungsbau der Sparkasse gewichen. Ebenso gehört auch das wunderschöne Kaufmannshaus Lobedan (links), Breitscheidplatz 2, dieser Einrichtung. Links neben ‘Farben, Lacke…’ befanden sich die Geschäfte von Optiker Albert Bergte, einem Friseur, der Fleischerei Sandmann und dem Uhrmacher Wenzke, dessen Gattin einen Affen besaß. Dieser büxte auch manchmal aus, und viele Anwohner beteiligten sich am Einfangen. Im Eckhaus zur Ostrower Straße befand sich eine HO-Früh-und-Spät-Verkaufsstelle (ehemals Käse-Kunert).
Rechts um die Ecke befand sich die Drogerie Bevermann. All das wich kurzzeitig Blech-und Plastik-Karossen. Nun hat das Flaggschiff der Sparkasse die hässliche Lücke ja wieder geschlossen.“

Georg Müller amüsiert sich: „Der alte Fritz im Himmel wird den Bau der Sparkasse gut finden und erinnert sich dabei auch jetzt noch an die weichen Daunenbetten im Lobedanhaus gleich nebenan. Auch das Geschäft für Farben, Lacke und Tapeten rüstet zum Aufbruch. Ich sicherte mir damals
noch schnell einige kleine Gläschen mit Modellfarben – unübersehbar standen sie gleich hinter der Schaufensterfront, und warteten schon begehrlich aufs Abholen. Tja, und die wilde Parkfläche, wenngleich und gerade deshalb wohl gut besetzt, vermisste mein Westauto, denn schon seit Jahren bevorzugte ich die umweltfreundliche Tram und den Bus für die Stadtmittebesuche.“
Ruth Sürbe hat das Motiv an ihre Lehrzeit in der Firma Otto Enke erinnert: „In der Mittagszeit bin ich hier oft herumgestreuselt. Ich erinnere mich viel an den Leinöl-Mann, der mit seinem Karren durch die Straßen klingelte und uns Kindern immer eine Handvoll Leinkuchen gab.“
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