Cottbus: Berliner Platz um 1940

damals120421_cbSchöne Erinnerung an die Kindheit / Den Berliner Platz haben vor allem unsere älteren Leser freudig erkannt
„Richtig ist A“, schreibt uns Jürgen Klingmüller aus der Cottbuser Willy-Brandt-Straße. „Der Berliner Platz vor Ende des 2.Weltkrieges ist zu sehen. Heute existiert von den Gebäuden auf dem Foto nichts mehr. Was durch den Krieg nicht zerstört wurde, fiel der Abrissbirne für das neue Stadtzentrum in den 70-er Jahren zum Opfer. Als 67- jähriger Cottbuser kann ich mich noch gut an den Zeitungskiosk, das dahinter befindliche Schulgebäude (Hilfsschule) und das Areal hinter dem imposanten Haus in der Mitte des Fotos erinnern. Auf der Freifläche der zerbombten Fleischerei Nagel (Bildmitte) stand viele Jahre die Lottobaracke, in der die Scheine per Hand ausgewertet wurden.“
Auch Helga Leber aus der Humboldtstraße musste nicht lange grübeln: „Es ist natürlich der Berliner Platz. Links das Weiße Ross. Dann die Berliner Straße, dann in diesem alten, wunderbaren großen Haus, das 1945 abgebrannt ist, unten eine große Fleischerei, rechts daneben die alte Jägerstraße, die auf den Berliner Platz führte. Da bin ich jeden Tag zur Schule gegangen, in die Gemeindeschule (das war damals so). Danach sind die Kinder dann in die Oberschule, in die Augustaschule, gegangen. Dieses Bild ist eine wunderbare Kindheitserinnerung.“
„Ich erkenne links das Weiße Ross, geradeaus den früheren Fleischer Nagel und rechts die Kapellenstraße mit der Gaststätte am Parkplatz. Geradeaus geht es zur Jägerstraße rein, links die Straße führt nach Ströbitz und die Straßenbahn fährt in Richtung Altmarkt. Dieses Bild ist eine Jugenderinnerung für mich, da ich in der Jägerstraße 30 ganze16 Jahre lang wohnte.“ Das schreibt uns Günter Hanschke aus der Finsterwalder Straße in Cottbus.
Viele weitere Zuschriften, teilweise sehr ausführlich, wie von Georg Müller und Klaus He-rold – vielen Dank – haben uns erreicht. Eine von unserer 85-jährigen Leserin Margarete Zeisig wollen wir gern noch zitieren: „Links befindet sich das Weiße Ross, in der Mitte das große Haus der Fleischerei Stumpe (Nagel), und gleich daneben befand sich das Gasthaus ‘Zur Börse’. Inhaberin war die nette Frau Senf. Von ihr bekam ich in den letzten Kriegstagen und in der Nachkriegszeit über Mittag einen Teller warmes Essen, denn gleich nebenan war die Drogerie Brausewetter und Optik und Foto Wieland, wo ich meinen Beruf als Laborantin lernte. Frau Senf war wie eine Mutter zu mir. Sie hat auch keinen von den Ausländern, die in Cottbus dienstverpflichtet waren, hungrig von ihrer Tür fortgeschickt.“
Der etwas jüngeren Generation angehörend, glaubt Frank Seifert, dass das kleine Haus links hinter dem großen in der Mitte etwa 1970 noch stand. Er hat damit auch Recht, denn die Nordseite der Berliner Straße wurde erst mit dem Hotelbau abgerissen.