Die Sonnenseite der Stadt mit der Blauen Uhr
Jens Brauer schreibt recht interessante Überlegungen zum Bild der Vorwoche: „Ja, es ist richtig, dass Sie daran erinnern, dass diese baulich sehr schöne Terrasse über der ‘Zwecke’, wie das ‘Mehrzwecklokal’ (Schulspeisung am Tage, gehobene Gastronomie abends) hieß, recht schnell scheiterte. Bierbüchsen-Romantik gab es damals noch nicht. Dennoch waren es auch nachmittags schon die Trinker, die hier herumlungerten, und wohl das Normalpublikum vergraulten. Zwar konnte die HO bekanntlich nicht Pleite gehen, aber sie wusste sich offensichtlich auch nicht zu helfen. Und das, obwohl ihr ja die Staatsmacht mit allem zur Verfügung stand.
Ich bin mir nicht sicher, ob das, wie Sie im damaligen Zeitgeist richtig zitieren, ‘Assi’-Volk war, das sich da tummelte. Den Ruf hatte der Ort. Ich gebe zu, ich bin auch nie mehr hin gegangen, nachdem ich dort ziemliche Unordnung wahrgenommen hatte. Vielleicht weiß jemand von der damaligen HO, warum die Terrasse so verkommen ist. Gab es technische Probleme? Es erscheint doch unlogisch, dass so enormer baulicher Aufwand an so herausragender Stelle betrieben und dann in der DDR alles praktisch dem Verfall preisgegeben wurde.“
Carola Becker legt uns eine Postkarte aus dem Jahr 1984 bei und bemerkt: Es war damals der ‘Balkon der Stadt’, von dem man auch den Blick auf die Blaue Uhr hatte, die jetzt wieder auferstehen soll. Ich bin sehr gespannt, wie sie in der Bahnhofstraße wirkt.“
Auch Reinhard Borrmann aus der Turower Straße und Helga Jung aus der Hans-Beimler-Straße haben die Lösung C richtig erkannt, und Klaus Jung fügt hinzu: „Nach langem Leerstand kann man dort wieder sitzen.“ In der Tat ist es privater Initiative gelungen, die Sonnenseite der Innenstadt für Gastronomie in mediterraner Stimmung zu entwickeln. Ein wirklicher Tipp für Genießer.
G. Schulte erinnert, dass am Brunnen unterhalb der Terrasse und manchmal auch hier oben Mittwochskonzerte stattfanden. „Das würde auch heute gut wirken,“ findet er oder sie. „Da könnten sich zum Beispiel Talente mit Instrumenten zeigen.“







