Cottbus: Wie von Heinrich Zille jetzt im dkw

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A war richtig. Wir sind in der Bahnhofstraße (jetzt Piccolo) und schauen im Dunst bis zur Stadtmauer

Es war der „Bananenhof“ in der Bahnhofstraße – ein „Abenteuerspielplatz“:
Herr Walter schreibt uns: „Keinen Schimmer, wo das sein könnte. Aber das herrliche Bild hat die gleiche Stimmung, wie aktuell die Fotos von Heinrich Zille aus den Jahren 1896 bis 1900, die in der Kunstsammlung dkw ausgestellt sind.“ Danke für den Tipp. Ganz genau kennt den Ort aber Ursula Biel aus der Cottbuser Rudniki. Sie schreibt: „Sie haben mich in meine Kindheit zurückversetzt. Dieser Hof Bahnhofstraße 6, durchgehend zur Roßstraße, war mein zweites Zuhause. Hier lebten meine Großeltern in einer Kellerwohnung – aus heutiger Sicht kaum zumutbar. Ein Fenster ging zur Bahnhofstraße 5, heute Stadthaus. Mein Großvater war Kutscher bei der Spedition Gestewitz und fuhr mit Wagen und zwei Pferden das Frachtgut aus. Der Pferdestall war links im Hof und ich durfte mich da drin aufhalten. Rechts stand ein Wohnhaus, in dem Familie Kliche mit zehn Kindern wohnte; ich habe als elftes dort gespielt. Danke für das Bild.“
Jürgen Klingmüller aus der Willy-Brandt-Straße schreibt: „1959 arbeitete ich in den Ferien bei der Deutschen Post als Zusteller.  Die Bahnhofstraße 6 mit der Speditionsfirma Gestewitz gehörte zu meinem Zustellbereich. Außerdem befand sich auf diesem Gewerbehof noch das Cottbuser Bananenlager.“ – Georg Müller erklärt: „Wir versetzen uns in die Grundstücke 6 und 7 der Bahnhofstraße und finden dort in alter Zeit Paul Goldsteins weitläufiges Grundstück bis zum Berliner Platz. Dieser stieg dort in die Spedition von Franz Dehnicke ein. Das war anno 1875. Goldstein und seine Nachkommen waren Juden; ihnen wurde die Staatsbürgerschaft aberkannt, die Gebäude wurden von Umsiedlern und Flüchtlingen bewohnt. Nach dem Abriss war’s noch bis in die neue Zeit ein wilder Parkplatz.“
Volkmar Herod weiß: „In den 1920er Jahren hieß die Spedition Franz Dehnicke, Inh. Richard Goldstein. Man transportierte allerlei, auch Möbel und es kam ein Transport-Untersatz für Eisenbahwaggons zum Einsatz, welchen Dr.-Ing. Johann Culemeyer erfunden hatte. In den Adressbüchern von 1938 und ’40 wird dann Goldstein, Richard als “Israel” stigmatisiert. Er wohnte noch hier. 1940 ist die Stadtverwaltung Eigentümer geworden. Auf dem großen Grundstück gab es auch eine Fischhandlung und Südfrüchte sowie eine Lebensmittelhandlung. Der Name “Obsthof” (später auch „Bananenhof“ wegen des Reifekellers) war im Volksmund gebräuchlich.“ Gewonnen hat heute Ursula Biel. Herzlichen Glückwunsch!