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Einstiges Stadthaus mit Badeanstalt und Bolzplatz auf dem einstigen Hamdorfplatz, heute Chopin-Straße

Bilder aus der alten Neißestadt Guben | Von | 8. September 2012

damals120908_guNach dem Baden Schlittschuh laufen / Ehemaliges Stadthaus war vorher Mühle und Kaserne / Landrat zieht ein
Aus Gubin erhielten wir Post von Przemyslaw Tokarek. Er mailt: „Das Foto wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht. Der Platz befindet sich auf polnische Seite in der Nähe des ehemaligen Grenzüberganges. Das große Gebäude an der Neiße war die längste Zeit die Stadtverwaltung. 1923 wurde die ehemalige Mühle, später als Kaserne genutzt, zum neuen Stadthaus ausgebaut. In der Kaserne war das zweite Ersatzbataillon des Grenadierregiments 12 stationiert.
Am Damm, heute Aleje Luzyc­kie, ist das Hauptportal des Stadthauses gegenüber dem Elektrizitätswerk erhalten. Der Schmuck ist dem des Barock nachempfunden. Hier ist heute das Kinderheim an der Obronców Pokoju Straße untergebracht (hinterer Teil des Gebäudes). Es wurde am 3. Februar 2007 eröffnet. Hier ist auch der PTTK (Polnischer Verband für Touristik und Landeskunde), das Verkehr-, Bau- und Vermessungsamt sowie das Arbeits- und Sozialamt untergebracht. In diesem Gebäude befand sich auch die Sparkasse, aber der Teil des Gebäudes war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. An der Giebelwand ist heute noch ein Motto aus Kommunismuszeiten zu sehen.“
Reinhold Gölling erzählt am Telefon: „Die Gegend kenne ich gut, ich bin am Markt 11 groß geworden. Am ehemaligen Stadthaus fehlt der Anbau der Stadtsparkasse. Der Platz mit den kleinen Gebäuden war der Hamdorf-Platz, benannt nach einer Sport-Persönlichkeit. Dort stand damals auch die Hamdorf-Turnhalle links, auf dem Foto nicht zu sehen. Im Winter wurde hier eine Spritzeisbahn angelegt. Eins der kleineren Gebäude war das Städtische Bad. Damals gab es in den Häusern nur sehr wenige mit Bad. Wir haben das Bad fast wöchentlich genutzt. Was das kostete, weiß ich nicht, ich war noch zu klein. Im hinteren Teil ist ein Anbau in polnischen Zeiten entstanden, es wurde anfangs als öffentliche Einrichtung genutzt.“
Und Werner Koschack fand heraus: „Das Foto zeigt die Rückseite des früheren Stadthauses in der Klosterstraße 7 bis 10. Einst Seydellsche Mühle, wurde es im Ersten Weltkrieg Kaserne für das Erste Bataillon der Reserve-Infanterie 12. 1912 hat die Stadt Guben das Gebäude gekauft. 1921/22 fand ein Umbau für das neue Stadthaus statt mit dem heute noch prächtigen Aussehen. Am 9. September 1923 wurde es eingeweiht, die Stadtverwaltung zog ein. Das Foto stammt aus der Nachkriegszeit Ende der 50er Anfang der 60er Jahre. Der zerstörte rechte Bauteil reichte bis zur Brücke.
Der kleine Flachbau war vermutlich das Heizhaus, er wurde später entfernt. Links ist die Volksbadeanstalt Wilhelmine-Auguste-Victoria-Bad am Hamdorfplatz zu sehen, vorher Getreidemarkt, 1910 erbaut. Es gab neun Wannen und 16 Duschen. In Guben gab es sieben Bäder. Nach 1945 auf Gubener Seite die Badeanstalt von Gustav Richter, Frankfurter Straße, und das Städtische Wannenbad, Wilhelm-Pieck-Straße, heute Berliner Straße. Ich selbst habe bei Gustav Richter gebadet – der Andrang war groß.
Im Stadthaus befindet sich heute eine Berufsschule mit Internat im linken Teil. In der Mitte sind Institutionen untergebracht. Im rechten Teil sind die Innenarbeiten bis auf die Installation von Telefon und Internet abgeschlossen. Ich habe das Haus selbst besichtigt. Hier zieht in etwa zwei Monaten das gesamte Landratsamt ein, das noch in der Stadtverwaltung, früher Kreishaus, seinen Sitz hat. Damit ist das gesamte Haus saniert und gut genutzt. Im Wannenbad ist seit Jahren ein Touristenhotel eingerichtet.“



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