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Gustav Hermann: Museums-Chef im Ehrenamt

Bilder aus dem alten Cottbus | Von | 13. Januar 2023

Gustav Hermann

Gustav Hermann war der erste Museumsleiter in Schloss Branitz

Einem Antrag von Oberbürgermeister Weihrauch folgend, ordnete Brandenburgs Wirtschaftsminister Rau vor dem Hintergrund der Bodenreform-Verordnung am 22. April 1947 an, Schloss und Park Branitz ins Eigentum der Stadt Cottbus zu geben. „Das Schloss ist als Heimatmuseum einzurichten, während der Park… der Erholung der städtischen Bevölkerung dienen soll. Der gesamte Besitz ist unter Denkmalschutz zu stellen“, hieß es im Schreiben an den OB. Entsprechend wurde verfahren. Der Lehrer Gustav Hermann wurde zum Museumsleiter bestellt. Das war eine gute Entscheidung, denn Hermann hatte schon seit 1937 das Heimatmuseum in der ehemaligen Lateinschule an der Oberkirche ehrenamtlich geleitet.
Gustav Hermann, nach dem seit 30 Jahren die ehemalige Vorparkstraße in der Branitzer Siedlung benannt ist, wurde 1897 in Rheinsberg geboren. 1909 zog die Familie nach Cottbus. Der Vater hatte als „kommunaler Unterbeamter“, vom Hausmeistergehalt vier Kinder zu versorgen. Sohn Gustav entschied sich für den Lehrerberuf, unterrichtete ab 1928 in der heutigen Bauhausschule, später in der Knaben-Mittelschule am Wall. Die ehrenamtliche Aufgabe im Museum begeisterte ihn; er fuhr selbst in umliegende Dörfer und erwarb Ausstellungsstücke. Im Krieg war er wegen einer Verletzung aus dem I. Weltkrieg nur bedingt einsetzbar, wurde zu einer Kriegsschule kommandiert und geriet zuletzt in Gefangenschaft. Als er heimkam, war das Museum an der Oberkirche vollkommen zerstört.

Oberkirche Cottbus

Das Haus rechts vor der Oberkirche beherbergte bis 1945 das Stadtmuseum

Dem Aufbau eines neuen Heimatmuseums im Schloss Branitz widmete sich der Lehrer mit großer Energie, obwohl es kaum Exponate und auch nur wenige Stücke aus dem gräflichen Nachlass gab. Er leitete erste Park-Pflegearbeiten ein, kam aber mit den kulturpolitischen Direktiven der Zeit nicht zurecht. Er wurde 1952 Deutsch-Dozent an der Baufachschule.
Wie seine Tochter Sabine Hermann berichtet, wurde ihr Vater „bedrängt, auch politisch aktiv zu werden.“
Dem entzog er sich und wechselte schweren Herzens 1955 seinen Wohnsitz nach Göttingen. Bis zur Pensionierung hat er dort wieder als Mittelschullehrer gearbeitet, gelegentlich auch noch in der aus München verlegten „Cottbuser Zeitung“ publiziert. Am 15. Januar 1988 ist Museumsgründer Gustav Hermann 90jährig gestorben. H.

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!



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