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Mein Herze geht in Sprüngen: Paul Gerhardt wurde am Montag, 12. März 1607 geboren

Damals war´s | Von | 11. März 2022

Denkmal

Das Paul-Gerhardt-Denkmal vor der gleichnamigen Kirche in Lübben ist aus Anlass des 300. Geburtstages des Liederdichters
errichtet worden.

…und kann nicht traurig sein, ist voller Freud’ und Singen, sieht lauter Sonnenschein.“ So optimistisch und einfach formuliert sind viele Lieder von Paul Gerhardt, getragen von ansteckendem Gottvertrauen. An diesem Sonnabend (12.03.22) ist sein 415. Geburtstag. Seine Lieder werden in der ganzen Welt in der christlichen Kirche gesungen.
Geboren ist der Mann Gottes als Sohn eines Bürgermeisters und Gastwirtes im sächsischen Gräfenhainichen. In Grimma besuchte er von 1622 bis 1627 die Fürstenschule, um dann in Wittenberg Theologie zu studieren.
Eine Pfarrstelle war ihm damit längst nicht sicher, und so verdingte sich der junge Theologe als Hauslehrer in einer Berliner Juristenfamilie. Nach einer kurzen Pfarrzeit in Mittenwalde finden wir ihn 1657 bis 1666 an der berühmten Berliner Nicolaikirche, heute ein vielbewundertes Gotteshaus im prächtigen Nicolaiviertel unweit vom Roten Rathaus und dem neuen Königsschloss (Humboldtforum).
Ins sächsische Lübben kam er nicht ganz freiwillig und schon gar nicht ohne Stress. Er hatte die Gunst des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm verloren, weil er dessen Toleranz-Edikt nicht unterschreiben wollte. Mit den Lübbener Stadtvätern indessen hatte er lange zu verhandeln, bis ihm das versprochene (nicht eben üppige) Wohnhaus endlich zugesagt wurde. Gerhardts irdischer Weg war keineswegs nur voller Freude, wie seine Lieder. Schon mit 12 Jahren hatte er die Mutter verloren, zwei Jahre später den Vater. Der Dreißigjährige Krieg verdunkelte Europa, und innerhalb von acht Ehejahren starben vier seiner Kinder, nach dreizehn Ehejahren verlor er seine geliebte Lebensgefährtin.
„Im Sieb des Satans geprüft und ergeben“ steht unter seinem Bild in der Berliner Nicolai-Kirche. Als Paul Gerhardt endlich nach Lübben übersiedelte, um hier die Stelle der Archidiakons anzutreten, war sein dichterisches Lebenswerk nahezu abgeschlossen. Schon ein Jahr zuvor war in Berlin die erste Ausgabe der Kirchenlieder Paul Gerhardts erschienen, der bis in unsere Tage viele Auflagen folgen sollten. Seine Lieder unterscheiden sich deutlich von den eher kämpferischen „festen Burgen“ von Martin Luther. Die eingangs zitierte zehnte Strophe des Liedes „Ist Gott für mich…“ setzt sich in den Versen fort: „Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesu Christ. Das was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.“
Gerhardt starb am 27. Mai 1676 in Lübben und ist in der Kirche beigesetzt, die seit 1931 seinen Namen trägt. Der genaue Platz des Grabes ist nicht bekannt.
Wie fast alle Niederlausitzer Kirchen war auch diese 1945 zerstört. Ihre Turmhaube erhielt sie erst 1988 durch die Initiative des damaligen Bezirksdenkmalpflegers Peter Schuster, parallel zur Oberkirche Cottbus.



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