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Leserbrief: Vorsicht Knallgas!

5. Juni 2020 | Von | Kategorie: Leserbriefe |

Dieter Buddrus aus Cottbus schreibt zum Beitrag „ÖPNV tankt Wasserstoff“ aus unserer Ausgabe Nr.21:
Der euphorische Text hat mich etwas überrascht, denn eigentlich kann man in Ihrem Blatt weit eher Artikel mit Realitätsbezug lesen.  Die Realität beim Wasserstoff beginnt schon mit dessen Reaktionsfreude, die jeder mit Schulbesuch in der DDR als Knallgasexplosion im Chemie-Unterricht vorgeführt bekam.
Wobei aktuelle Schule dagegen mit einem blauen Flämchen beruhigt – damit die Leute mehr Geld an der Börse beim Wasserstoff verbrennen. Es gibt einen korrekten Film über eine große Havarie mit leider vielen Toten in einem bekannten DDR-Chemiewerk. Damals hat der Wasserstoff dem dortigen Stahl, dem Stahlbeton und leider auch den unvorsichtigen Menschen mal so richtig gezeigt, was passiert, wenn es ein Leck in einer Leitung gibt. Wobei auch die Neuzeit von Problemen beim Umgang mit dem Wasserstoff betroffen ist, wie es im letzten Sommer eine etwas fehlerhaft montierte Dichtung an eine Tankstelle für Wasserstoff bei Oslo zeigte. Wegen der Explosionsgefahr hatte der Sperrkreis dort einen Radius von satten 500 m. Nun stellen Sie sich das bitte mal in Cottbus bei der Tankstelle Muskauer Platz 3 oder Kolkwitzer Straße 24 vor. Aber Tankstellen werden noch lange keinen Wasserstoff bekommen. Denn wie soll der dahin kommen?
Wegen seiner Gefährlichkeit benötigt man für den Transport von nur 465 kg Wasserstoff derzeit einen 24 Tonnen schweren Spezial-LKW, der wegen der notwendigen Antriebs-Power einen ach so entsetzlich schmutzigen Dieselmotor hat. Wegen diesen vielen Problemen will  bis jetzt auch kaum einer einen PKW oder gar Eisenbahn-Triebwagen mit Brennstoffzelle. Zumal diese Fahrzeuge wegen der relativ trägen und nur eingeschränkten Regelbarkeit der Brennstoffzelle alle auch noch einen ziemlich schweren Akku mit sich rumschleppen müssen. Und nun erklären Sie mal, wie z.B. die Feuerwehr bei so einem Fahrzeug mit einem sowieso extrem schwer löschbaren Li-Akku und  Wasserstoff im Tank einem Fahrzeugbrand löschen soll?  Laut Werksangaben von Tesla benötigt die Feuerwehr schon allein für das Löschen von einem Akkufahrzeugbrand satte 11 000 Liter Wasser, wobei viele Fahrzeuge der Fw nur 2000 Liter mitführen. Allerdings ist der Akku von einem PKW weit kleiner, als z.B. der in einem Bus oder LKW mit Brennstoffzelle. Und dann ist da ja auch noch die Gefahr einer gewaltigen Knallgasexplosion. Ich kann nur hoffen, dass KFZ-Werkstätten niemals mit dem Thema Wasserstoff und Brennstoffzelle in Berührung kommen. Aber vielleicht endet die Wasserstoffeuphorie tatsächlich erst, wenn eine große Knallgasexplosion in der Tiefgarage eines Einkaufcenters für ein tödliches Aufwachen sorgt. Man bedenke: Vor gut 60 Jahren gab es schon mal eine Euphorie bei der Energiequelle für Fahrzeuge. Damals gab es nicht nur in den USA ernsthafte Planungen für Lokomotiven, Flugzeuge oder Busse mit Atomantrieb, sondern es gab sogar Planungen für sehr komfortable PKW mit Atomantrieb.

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