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Das Kehren verhinderte brennende Kamine

10. Januar 2014 | Von | Kategorie: Bauen & Leben |

Handwerk machte die Zunft zu Glücksbringern
Region (ha). Die Lausitz war nicht gerade Vorreiter der Zunft der Kaminkehrer, die wahrscheinlich aus Italien ihren Siegeszug antraten. Noch heute treffen sich Tausende dieser Handwerker aus der ganzen Welt einmal jährlich in Malesco in der Nähe des Lago Maggiore, wo sich das Schornsteinfegerdenkmal befindet. Mit einem großen Umzug wird dann an die Ursprünge erinnert.
Erst im 17. Jahrhundert sollen die „Schwarzen Männer“ in den Lausitzer Städten aufgetaucht sein. Die Reisenden wurde mit großer Skepsis „begrüßt“. Denn die Bürger befürchteten, sie könnten über die Kamine in die Wohnungen eindringen. Doch recht schnell nahm der Vorteil des Kehrens die Scheu. Die Reinigung der Abzüge sorgte für einen deutlichen Rückgang der Hausbrände. Abgelagerter Ruß an der Innenwand der Kamine kann sich entzünden. Durch solche Fälle kam es vor der Arbeit der Schornsteinfeger immer wieder zu verheerenden Bränden, bei denen nicht selten ganze Stadtteile abbrannten. Die Chroniken von Cottbus, Guben oder Forst sind voll davon.
Die neue Zunft sorgte aber nicht nur für die Beseitigung des Rußes, sie entfernten gleichzeitig auch entstandene Engen, beispielsweise durch Laub, Vogel- oder Insektennester.
Der Erfolg der Schornsteinfeger machte sie bald zu Glücksbringern. Bei wem der Schornsteinfeger war, hatte keinen Hausbrand zu befürchten. Der Ruß an der Kleidung der Kaminkehrer war das „Zeichen“ für den Besuch, und dieses holten sich die Hausbewohner persönlich ab, wie es heute noch auf Straßen zu beobachten ist.
Aber die Zunft hatte auch ein schwarzes Kapitel. Am Ende des 18. Jahrhunderts begann –nicht nur in Italien –die Ausbeutung der Kinder, die wegen ihrer Größe in die Kamine hinab gelassen wurden. Die Kaminfeger zogen fortan zunehmend mit Kindern von Ort zu Ort, um ihre Dienstleistung anzubieten. „Wie viele dieser armen Jungen haben ihr sechstes oder siebentes Lebensjahr in dieser Hölle vollendet, wo es nichts anderes gab als Quälerei, Hunger, Ruß und Kälte“, ist im Schornsteinfeger-Museum (Il Museo dello Spazzacamino) in Valle Vigezzo dokumentiert.




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