Cottbus: Klares Bekenntnis zum Standort

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Im „paralympischen Jahr 2016“ sollen im August die erfolgreichen Sportler im neuen Paralympischen Zentrum in Cottbus empfangen werden Foto: ysr

Paralympisches Zentrum mit angeschlossener OSP-Physiotherapie / 1,7 Millionen Euro-Projekt als „Schritt in die richtige Richtung“:
Cottbus (ysr). In Cottbus entsteht derzeit ein Paralympisches Zentrum. – Der erste Olympiastützpunkt Brandenburgs! „Damit erhält die Stadt ein absolutes Aushängeschild“, sagt Francés Herrmann, Leichtathletin vom BPRSV, die eine echte Vorreiterin für den Behindertensport ist. Sie war die erste Sportlerin mit Handicap, die an der Lausitzer Sportschule unter der Leitung von Wolfgang Neubert aufgenommen wurde. Damals war hier noch nichts barrierefrei. Einen Fahrstuhl gab es nicht. Dennoch nahm die junge Frau die Herausforderung an. Und übertraf dabei sicher nicht nur ihre eigenen Erwartungen.
2008 gewann die damals 19-Jährige Silber bei den Paralympics in Peking, erzielte zeitgleich einen neuen Weltrekord. Das war ein wichtiger Türöffner für den paralympischen Sport, das wusste auch ihr Heimtrainer Ralf Paulo, einer der Initiatoren des Zentrums. Begegnet sind sich die beiden erstmals, als der Landestrainer im paralympischen Sport das junge Talent in einer Trainingsstunde sah. „Ich wollte damals Rennrollstuhl fahren. Er sah mich  und sagte: Du wirst Diskuswerferin“, lacht die junge Frau heute, die das damals gar nicht lustig fand. Erfolgreich nahm sie schnell an den ersten Wettkämpfen teil, gewann erste Titel.

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Wolfgang Neubert, Leiter der Sportschule Lausitz, war einer der Wegbereiter für die sportliche Karriere von Francés Herrmann, die 2006 als erste Sportlerin mit Behinderung an der Schule aufgenommen wurde Foto: M. Boddeutsch

Wie die junge Sportlerin ist auch die Modernisierung der seit längerem leerstehenden Immobilie  ein großer Gewinn. Das sagt auch Sportstättenleiter Ralf Zwoch. Und er ergänzt: „Der Behindertensport ist eine Stütze für uns, keine Krücke.“ Sportlich ist auch der Zeitplan, in dem der Aus- und Umbau in dem ehemaligen Fitnessstudio in der Hermann-Löns-Straße erfolgen soll. Mit dem Baustart diesen Sommer ist bis August 2016 auf rund 450 Quadratmetern ein barrierefreier Trainingsstützpunkt mit angeschlossener OSP-Physiotherapie geplant. 120 Kadersportler werden davon einmal profitieren. Und, wenn alles gut geht, sollen hier nach der Teilnahme an den Paralympics in Rio de Janeiro (7. – 18.9. 2016) die erfolgreichen Sportler in Empfang genommen werden. „Aktuell sind wir dank dem milden Wetter sehr gut im Zeitplan“, so der Werkleiter, der das Projekt gemeinsam mit Mirko Wohlfahrt, Bereichsleiter OSP Cottbus und Kay Havenstein, Koordinator für Sportförderprojekte der Stadt Cottbus angestoßen hat.
„Bereits im Oktober diesen Jahres ist die Geschäftsstelle des Behindertensportverbandes von Templin nach Cottbus gezogen, was ein klares Zeichen ist, dass sich hier etwas entwickeln soll“, so Ralf Zwoch.
Rund 1,7 Millionen Euro, ein großer Teil aus Bundesmitteln finanziert, fließen in das Projekt, das „unerlässlich ist, um Cottbus auch weiter am Sport in der Welt teilhaben zu lassen.“