Branitzer löchern die Stadtchefs

Ortsteil-Einwohner haben viele Fragen an zwei geduldige OB-Kandidaten

Als mobiler Kandidat hat sich Bürgermeister Holger Kelch jetzt mit einem Transporter ausgestattet. In Branitz hat er diese Woche erklärt, dass er als Oberbürgermeister von Cottbus die Ortsteilentwicklung nicht dem Zufall überlassen will. Ein klare Linie soll für alle gelten. Wie diese Linie verlaufen könnte, wird der Kandidat mobil erkundenFoto: Mathias Klinkmüller
Als mobiler Kandidat hat sich Bürgermeister Holger Kelch jetzt mit einem Transporter ausgestattet. In Branitz hat er diese Woche erklärt, dass er als Oberbürgermeister von Cottbus die Ortsteilentwicklung nicht dem Zufall überlassen will. Ein klare Linie soll für alle gelten. Wie diese Linie verlaufen könnte, wird der Kandidat mobil erkunden Foto: Mathias Klinkmüller

Branitz (mk). Vor keiner leichten Aufgabe standen am Mittwochabend die OB-Kandidaten Frank Szymanski (SPD) und Holger Kelch (CDU). Der aktuelle Oberbürgermeister und sein Bürgermeister, der auch das Geld verwaltet, mussten Erwartungen der Branitzer immer wieder mit dem Verweis auf leere Kassen bremsen.
Immerhin: Holger Kelch erklärte, dass ihm drei Seiten für alle Ortsteile im Stadtentwicklungskonzept nicht ausreichen und er ein eigenes Konzept für jeden Ortsteil anstrebt. Frank Szymanski argumentierte hingegen, dass nicht die Länge eines Konzeptes entscheidend sei, sondern das was drin steht.
So wünschen sich die Branitzer sehnlichst ein Bürgerhaus. Eine Förderung der Europäischen Union sei aber nicht in Sicht. Wenigstens der Neubau des Sanitärtraktes des Vereinsheimes von Eiche Branitz wurde von beiden Kandidaten zugesichert. Baubeginn: Anfang 2015. Für das Bürgerhaus soll es zunächst eine Machbarkeitsstudie geben, erklärt Holger Kelch. Viele Branitzer sorgen sich um die Parkplatzsituation im Ort. So müssen Gäste der Anwohner oft weite Fußmärsche zurücklegen. Holger Kelch sprach sich dafür aus, den Parkplatz Pücklerstraße nicht zu sperren, da dies die Situation verschärfen würde. Frank Szymanski regte an, dass der Ortsbeirat hierüber beraten solle. Kritisiert wurde, dass die Großstadt Cottbus keinen Badesee mehr hat. Auch der Branitzer See sei lediglich Angelgewässer. Dies, so Frank Szymanski, sei von den Fraktionen so gewollt, da die Stadt keinen See finanzieren könne. Die neue Stadtverordnetenversammlung kann dieses Thema wieder auf den Tisch legen. Derzeit werden Pachtverträge der Angler so angepasst, dass klar ist, wo und wann geangelt oder gebadet wird.
Im Straßenbau gebe es Rückstände, räumten die Redner ein. Der Hochbau (Kindergärten, Schulen) hatte Vorrang. Frank Szymanski regte eine generelle Diskussion über Fuß- und Radwege an. „Es gibt viele unsichere Radwege“, sagt er. Straßen werden nach Prioritätenliste erneuert. Für die Kiekebuscher gibt’s noch kein Geld.

Das Sportlerheim und der Saal waren gut gefüllt in Branitz, als am Mittwochabend Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) und Bürgermeister Holger Kelch (CDU), beide hier vor allem in der Rolle als Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt der kommenden acht Jahre, Rede und Antwort zu mehr als 20 konkret formulierten Fragen standenFoto: M.K.
Das Sportlerheim und der Saal waren gut gefüllt in Branitz, als am Mittwochabend Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) und Bürgermeister Holger Kelch (CDU), beide hier vor allem in der Rolle als Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt der kommenden acht Jahre, Rede und Antwort zu mehr als 20 konkret formulierten Fragen standen Foto: M.K.