
Am 24. Juni 1974 liefen die ersten Massen über die Förderbrücke F60 im Tagebau Nochten / Statt Muskelkraft dominiert heute Hightech:
Sie ist eine der ältesten aktiven Förderbrücken von Vattenfall, die F60 im Tagebau Nochten. In dieser Woche feierte sie runden Geburtstag. Wer die Gelegenheit bekommt, sie – die „alte Dame“, wie die Kumpel sie liebevoll nennen – aus der Nähe zu sehen, wird ihr das Alter nicht ansehen. Matt grau leuchten die gigantischen Stahlgerüste, die modernste Technik tragen. „Der gute Zustand ist nicht selbstverständlich. Die Erbauer haben damals sehr gute Arbeit geleistet, und unsere Vorgänger haben sie außerordentlich gut gepflegt“, weiß Stefan Jerratsch, der Steiger Tagebau, der täglich auf und um die F60 herum tätig ist und den reibungslosen Betrieb mit organisiert. „F60 fahren“ ist Teamarbeit! „So war das auch schon früher. Damals gab’s keine Computertechnik im Leitstand, keine Luftfoto-Auswertungen und kein GPS. Dafür war ein Vielfaches an Kumpeln permanent vor Ort. Heute sind zeitgleich 19 Kumpel auf der Brü-cke tätig, und das rund um die Uhr“, schildert er die Entwicklung. Bis auf das Stahlgerüst, das jährlich umfassend von Rost befreit und untersucht wird, und die zwölf Bandanlagen, die bis zu 30 000 Kubikmeter Abraum (500 Schüttgut-Sattelschlepper) pro Stunde von einer auf die andere Seite transportieren, wurde alles erneuert, modernisiert. Gute 600 Meter liegen dazwischen, wo in sicherer Tiefe das Rohbraunkohle-Flöz abgetragen werden kann.
„Unsere Brücke ist viel beweglicher als viele denken. Sie kann an den Enden problemlos 15 Meter höher oder tiefer liegen, die kann sich bis zu 22 Grad nach beiden Seiten verschränken, sie kann sich zusammenziehen und ausdehnen.“ Die Koordination der einzelnen Segmente ist wiederum Teamarbeit und bedarf enormer Erfahrung. „Im Grunde funktioniert die Brücke heute noch genau so, wie sie vor über 40 Jahren erdacht, konstruiert und gebaut wurde. Das ist wahrlich eine Meisterleistung“, so der Steiger, der seit 2006 auf der Brücke arbeitet und hier von der Pike auf alle Bereiche gelernt hat. Und trotzdem ist der Lohsaer immer wieder beeindruckt von der Größe und vom reibungslosen Betrieb. Doch sie hat auch Grenzen: „Wir stoppen sie bei Stahltemperaturen ab -20 Grad Celsius und bei Sturmwarnungen. Ansonsten gibt es keinen Halt“, so Stefan Jerratsch. Da kann man nur gratulieren!








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