Speicher aus Flussverbindungen oder Kollaps?

Spremberg (h.) Niedrigwasser in Elbe, Rhein, Donau, Oder und anderen Flüssen. Nur die Spree scheint dem Wassermangel zu trotzen. Aber das Bild täuscht, erläuterte Wasserexperte Ingolf Arnold, als einstiger LEAG-Geologe einer der Väter des Cottbuser Ostsees und jetzt Vorsitzender des Wasser-Cluster-Vereins, dieser Tage im Kreise der Pro-Spremberg-Gemeinschaft. Auch die Spree wäre nahezu trocken nach diesem Sommer, hinge sie nicht am Tropf des Bergbaus. Zwar bekommt sie aktuell pro Jahr 20 Millionen Kubikmeter Nachschub aus sächsischen Talsperren und 30 Millionen aus Bergbaufolgeseen, darüber hinaus aber noch 150 Millionen Kubikmeter hochwertiges Wasser aus der Süffung, der Grundwasserabsenkung der Tagebaue. Pauschal gesagt, kommen 50 Prozent des Spreewassers, das den Spreewald, die Fischwirtschaft und vor allem Berlin bedient, aus dem Lausitzer Bergbau, dessen Tage gezählt sind.
Fänden sich keine wirksamen Lösungen, käme es für die Spree und die dann vier Millionen Einwohner Berlins Mitte der 2040er Jahre zum Kollaps, so Arnold. Denn zehn Jahre nach Stilllegung von Tagebauen werden die Pumpen abgeschaltet. Dann gäbe es noch die Reserven aus den Talsperren und wohl zusätzlich aus dem Cottbuser Ostsee mit rund 20 Millionen Kubikmeter Volumen. Aber das reicht nicht. Allein das wachsende Berlin braucht 220 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr (Cottbus nur fünf), und der Spreewald sollte als wichtigste touristische Destination Brandenburgs keinesfalls trocken fallen.
Die Lösung, so Ingolf Arnold, muss eine Kombination aus Flüsseverbund und Speicher sein. Aus „laufendem Betrieb“ können Elbe und Neiße nicht hilfreich sein, aber wenn es große Speicher, erheblich größere als jetzt, gibt, die in den Hochwasserwochen nach Schneeschmelze und Starkregen gefüllt würden, gäbe es in Dresden kein Hochwasser mehr und für die Hauptstadt reichlich Trinkwasser.
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