Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]
„Gerhart würde sich mit uns freuen“ - Märkischer Bote „Gerhart würde sich mit uns freuen“ „Gerhart würde sich mit uns freuen“Märkischer Bote
Sonntag, 5. Dezember 2021 - 18:49 Uhr | Anmelden
  • „Gerhart würde sich mit uns freuen“„Gerhart würde sich mit uns freuen“

„Gerhart würde sich mit uns freuen“

„Gerhart würde sich mit uns freuen“
1°C
 

Anzeige

„Gerhart würde sich mit uns freuen“

14. August 2015 | Von | Kategorie: Senftenberg & Seenland |

„Gerhart würde sich mit uns freuen“

Lampas Grabstein befindet sich auf dem Senftenberger Waldfriedhof Foto: Richter-Z.

Ausstellung zeigt wenig bekannte Lampa-Werke:
Senftenberg (trz). Als am 11. August 1940 Gerhart Lampa zur Welt kam, sollen in seiner Geburtsstadt Magdeburg die Glocken geläutet haben. Die schmunzelnde Reaktion seiner Mutter: „Das wäre doch nicht nötig gewesen.“ Berichtet zumindest die Frau des Malers und Grafikers, Barbara Seidl-Lampa. Fast auf den Tag genau 75 Jahre später sorgten wiederum die Glocken für ein furisoses Finale einer Ausstellungseröffnung. Diesmal allerdings in Senftenberg. Denn im dortigen Rathaus, nur einen Steinwurf von der Peter-und-Paul-Kirche entfernt, sind ab sofort 51 Ölmalereien des Künstlers zu sehen.
„Abschied vom Berg“
Allerdings keine allbekannten Werke. Barbara Seidl-Lampa und Hans-Peter Rößiger, früherer Senftenberger Museumsleiter und enger Vertrauter der Familie Lampa, haben die Bilder sorgsam ausgewählt. Diese tragen Bezeichnungen wie „Abschied vom Berg“, „Drachenfliegen“ oder „Waldrand“. Präsentiert wird im Endeffekt die gesamte Bandbreite des Lebens. Natürlich mit Schwerpunkt auf Lampas Wahlheimat, die Lausitz. Übrigens kam der Magdeburger nicht als Künstler in den Landstrich zwischen Elster und Neiße. Sondern als Autokranfahrer im Kombinat Schwarze Pumpe. Das war im Jahr 1960. Es dauerte nicht allzu lange, bis Gerhart Lampa künstlerisch entdeckt und gefördert wurde. Ein Studium in Deutsch und Kunst folgte an der Pädagogischen Hochschule Dresden. Doch in den Lehrerdienst wollte Lampa dann doch nicht. Die Malerei war ihm wichtiger geworden. Dank eines glücklichen Zufalls erfuhr der Künstler von der Möglichkeit der Übernahme des Ateliers des verstorbenen Senftenberger Malers Günther Wendt. Verbunden war damit die Verantwortung für das benachbarte Kreismuseum.
Im Jahr 1979 wurde Hans-Peter Rösiger Museumsleiter, Lampa wechselte als Freiberufler in sein Atelier. In jener Zeit begann die Freundschaft zwischen dem Maler Gerhart Lampa und dem „geschichtsinteressierten Bürger“, wie sich Hans-Peter Rößiger selbst bezeichnet.
Die Natur siegt immer
Von Beginn an seiner Lausitzer Zeit hat es Lampa die Bergbaulandschaft angetan. In zahlreichen seiner Bilder spielen Tagebaue, Kippen und Seen eine maßgebliche Rolle. „Man spürt förmlich, wie Lampa sich hineinsteigert in diese Auseinandersetzung von Zerstörung und doch bleibender Vitalität. Der Mensch kann die Natur nicht zerstören, doch tritt er von ihr zurück, wächst sie zu einem neuen kraftvollen Ganzen“, bringt es Hans-Peter Rößiger in seiner Laudatio zur Ausstellungseröffnung auf den Punkt.
Gerhart Lampa starb am 6. Januar 2010. Sein Grab befindet sich ganz versteckt auf dem Senftenberger Waldfriedhof, gleich hinter dem Bildhauer Ernst Sauer. „Er ist zwar verstorben, aber nicht tot. Gerhart würde sich heute mit uns freuen“, glaubt Barbara Seidl-Lampa. Die Ausstellung im Senftenberger Rathaus ist bis Weihnachten zu sehen. Weitere Lampa-Schauen werden demnächst in Cottbus und Lauchhammer präsentiert.




Anzeige

Schreibe einen Kommentar

 

Ich habe die Datenschutzerklärung der Cottbuser General-Anzeiger Verlag GmbH gelesen und akzeptiere diese mit dem Versenden des Kommentares.


Das könnte Sie auch interessieren