Schwarzheide (ms/jk). Also wenn Schwarzheide feiert, dann gilt es als ziemlich sicher, dass die Überraschungen nicht lange auf sich warten lassen. Ob nun jede davon wirklich geplant ist – das steht wiederum auf einem
anderen Blatt.

Für den Forster Hardy Sperlich und sein Team ist es nun schon zur Tradition geworden, das Wasserturmfest im Herzen der Chemiestadt zu organisieren. „Die Stadt liegt mir sehr am Herzen. Deshalb setze ich viel Kraft in das Fest, damit es auch ein Erfolg wird“, so Hardy Sperlich. Extra für das diesjährige Fest, wurde nach Aussage des Veranstalters, der Autoscooter vergrößert. Französische Crepes, ein Currywurststand, an dem es verschiedene Schärfestufen gibt und eine Cocktailbar runden in diesem Jahr das Fest ab.
Mit 30 Minuten Verspätung wurde am Freitagabend mit dem traditionellen Bierfassanstich das 25. Wasserturmfest eröffnet. Um den traditionellen Bierfassanstich am Freitagabend etwas aufzulockern und um schöne lustige Bilder zu bekommen, hatte Veranstalter Hardy Sperlich einerseits das noch kurzfristig bekommene Bierfass geschüttelt. „Das Bierfass haben wir erst vorgestern bekommen. Alle Fässer waren ausverkauft, so dass wir froh sind, den Bierfassanstich doch noch durchführen zu können“, sagte der 31-Jährige. Doch damit nicht genug: neben dem geschüttelten Fass hatte er noch eine Überraschung für Bürgermeister Christoph Schmidt parat. Bekanntermaßen wird ja ein Schlegel aus Holz verwendet. Diesen gibt es in unterschiedlichen Gewichtsklassen: vom nur 300 Gramm schweren Damenschlegel bis zum fünf Kilo schweren Schankkellner-Schlegel. Doch was wurde dem Bürgermeister gereicht? Mit einem Fünf-Kilo-Vorschlaghammer sollte er den Zapfhahn einschlagen. Naja, für das Stadtoberhaupt war das jedoch kein Problem. Ratzfatz- und das Zapfzeug saß passgerecht im Fass – Applaus! Doch danach wurde der Bierfassanstich zum Eigentor für den Veranstalter.

Normalerweise sollte das Fass ja am Zapfhahn herausspritzen, doch weil Hardy Sperlich die obere Einfüllöffnung öffnete, sprudelte das Bier wie eine Fontäne in die Höhe. Nicht nur, dass der Bürgermeister nass wurde, Veranstalter Hardy Sperlich nahm zum ersten Mal auf dem Wasserturmfest eine Bierdusche und musste sich hinterher erst einmal frisch machen. Tja, anderswo sprudelt das Bier an bestimmten Tagen aus einem Brunnen, in Schwarzheide kommt es als
Dusche. Aber alle nahmen es mit Humor, und mal ganz ehrlich: stimmungsvoller kann man ein Volksfest doch gar nicht eröff-
nen, oder?
Die großen und kleinen Kinder brachten das nächste Leuchten in die Stadt, als sich der Lampion-umzug, begleitet vom Spielmannszug Lauchhammer e.V. in Bewegung setzte. Danach wurde bis in die Nacht hinein getanzt zur Musik der spielfreudigen Cottbuser Partyband NEO.
Am Samstag versetzte mit Können „der letzte lebende Abschnittsbevollmächtige“ alias Mario Kauflers aus Niesky die Besucher in jene Zeit zurück, die sie selbst miterlebten. Bei dem Test der DDR-Nationalhymne oder des FDJ-Liedes „Bau auf, bau auf“ waren die meisten Gäste jedenfalls relativ textsicher. Die Lokalmatadoren der Band FEIN und die US-Partyband verkürzten die Zeit bis zum Feuerwerk.
Traditionell gehörte der Sonntag der ganzen Familie. Unglaublichen Zulauf hatten der sogenannte XXL-Menschenkicker und das Kahnstaken, sowohl was die aktive Beteiligung als auch die Anfeuerung durch die Zuschauer betrifft. Den Abschluss bildete Steffen Heidrich als Roland Kaiser Double, der kurzerhand das Publikum als lautstarken und textsicheren Chor mit einbezog.
Das Veranstalterteam und die Stadtverwaltung Schwarzheide zogen ein positives Feedback. Die geschätzte Zuschauerzahl liegt bei ungefähr 6000 Gästen. Der Publikumsrenner aus Sicht des Veranstalters waren die Samstagabend-Veranstaltungen und der Auftritt des Roland-Kaiser-Doubles. Da hatte man also ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Künstler. Das ist ja nicht immer ganz einfach, qualitativ hochwertige aber gleichzeitig auch bezahlbare Acts für die Region zu finden. Auch das bereits erwähnte Kahnstaken wird auf jeden Fall im kommenden Jahr wieder ein Programmpunkt sein.
Die Leute waren begeistert; es gab sehr viel positives Feedback von Schwarzheider Bürgern und den Gästen.
Nun geht der Blick nach vorn: auch wenn es in den Supermärkten noch keine Pfefferkuchen oder Schoko-Weihnachtsmänner gibt: die Planungen für den Weihnachtsmarkt am 2. Advent rund um die Dorfaue an der Lutherkirche laufen bereits. Eröffnet wird der Markt sicherlich auch in diesem Jahr wieder durch den Bürgermeister mit dem traditionellen Stollenanschnitt. Die Gäste freuen sich auf zahlreiche Händler mit weihnachtstypischen Erzeugnissen und Geschenkartikeln. Und dem besonderen Zauber der weihnachtlichen musikalischen Programme und der Mitmachaktionen für die Kinder kann sich keiner entziehen. Natürlich darf der Besuch vom Weihnachtsmann nicht fehlen – auch wenn es aus heutiger Sicht noch einen Weile dauert….
Und noch ein wichtiges Datum liegt der Stadtverwaltung am Herzen: am 28. Dezember gibt es im Kulturhaus der BASF den Rückkehrertag – wichtig für die Region! Beide Termine sollten sich nicht nur die Einwohner von Schwarzheide bereits jetzt vormerken.
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