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Mittwoch, 26. Januar 1990 Dr. Elze – ein steinreicher Apotheker

Region | Von | 21. Januar 2022

Adler Apotheke

Die Westseite des Cottbuser Altmarkts prägten im Jahre 1903 das prunkvolle „Dreifert-Eck“ und daneben die vergleichsweise kleine Adler-Apotheke von Alwin Elze.

Innerhalb des Naturwissenschaftlichen Vereins der Niederlausitz (NVN) besteht eine rege Fachgruppe Geologie/Mineralogie, die sich 1976 im Kulturbundhaus in der Bahnhofstraße gegründet hatte. Der wohl wichtigste ihrer Gründerväter war der Apotheker Dr. Kurt Elze, der vor 32 Jahren, am 26. Januar 1990, knapp zwei Monate vor seinem 90. Geburtstag, starb.
Elze gehörte, wie der Komponist Johannes Werner, der Schriftsteller Herbert Scurla, der Autor Klaus Hallacz, der Arcivar Walter Drangosch, der Kritiker Horst Koschel, der Maler Walter Heinich, der Gartenfachmann Joachim Scherzer, die Bibliothekarin Jutta Hahn, die Journalisten Ulrich Winz und Heinz Haufe, der Architekt Max Hanke und einige andere, zum Kern derer, die hier nach dem Krieg den kulturellen Neuanfang vorantrieben. Nachhaltig, wie wir heute wissen.
Kurt Elze ist in der Gegend von Danzig geboren. Sein Vater Alwin Elze erwarb 1901 mit seinem Partner Wagenknecht die Adler-Apotheke (Abb.) am Cottbuser Markt. So besuchte der Junge das Cottbuser Gymnasium, legte mit 17 Jahren das Abitur ab und studierte und promovierte an der Bergakademie Freiberg. Danach akzeptierte er Vaters Wunsch – er studierte auch noch Pharmazie. Den Beruf füllte er leidenschaftlich aus, auch und gerade, als der Krieg die Stadt und die eigene Apotheke zerstört hatte. Dr. Elze gründete eine neue in der ehemaligen Weinstube Boehnack in der Marktstraße / Ecke Bärgasse, kämpfte an der Seite des Arztes Dr. Steinhäuser in schlimmsten Tagen für die medizinische und pharmazeutische Versorgung der Menschen. Als diese Apotheke verstaatlicht wurde, blieb er ihr Leiter. Mit dem Titel „Pharmazierat“ wurde er in späteren DDR-Jahren zum Bezirksapotheker berufen.
In der Freizeit propagierte Dr. Elze unermüdlich den Naturschutz und er sammelte, auch hier dem Beispiel des Vaters folgend, Steine. Nicht nur aus Thüringen und dem Erzgebirge, sondern auch aus Colorado, Kalifornien, dem südaustralischen Tasmanien und Chile kamen seine kostbarsten Stücke. 5 000 Exemplare waren es, die das Cottbuser Naturkundemuseum vom „steinreichen“ Sammler-Apotheker übernahm.
Dr. Elze hat ab 1987 noch die Aktivitäten der Cottbuser Geologen Ursula und Rolf Striegler zur Begründung des Tertiärwaldes (s. Jahrbuch NIEDERLAUSITZ zwanzig-zweiundzwanzig, ab S. 117) begleiten können. Aus der 1961 gegründeten Abteilung Naturkunde am Bezirksmuseum wurde 1995 ein eigenes Museum, das allerdings 2005 „aus Platzmangel“ wieder geschlossen wurde. Wer heute ernsthaft über Struktur- und Klimawandel in der Niederlausitz und das Verständnis dieser Prozesse nachdenkt, kann das Elze-Erbe nicht verstauben lassen.

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