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Osterzeit ist Zeit der Brauchtumspflege

18. März 2016 | Von | Kategorie: Spreewald |

Osterzeit ist Zeit der Brauchtumspflege

Der traditionelle wendische Kirchgang mit Osterblasen, Kirchgangs- und Festtagstrachten der Chorgemeinschaft „Concordia“ und des Heimat- und Trachtenvereins Burg ist am Ostersonntag ab 9.30 Uhr an der Ev. Burger Kirche zu erleben | F: CGA-Archiv

Das Amt Burg bietet viele Möglichkeiten, Frühlingsbräuche aus dem Spreewald kennenzulernen:
Burg (MB). Am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond wird Ostern gefeiert- in diesem Jahr am 27. März. Für das Christentum ist es neben Pfingsten das älteste und höchste Fest. Rund um Ostern sind in der Lausitz jedoch auch viele Frühlingsbräuche bekannt, die auf den einst heidnischen Glauben der Sorben/Wenden zurückzuführen sind. Dies alles spiegelt sich im reichgefüllten Veranstaltungskalender des Amtes Burg wider.
Im Mittelpunkt steht das berühmte Osterei und mit seinen vielfältigen Verzierungen. Das Ei als Fruchtbarkeitssymbol ist im Frühjahrsbrauchtum fest verankert. Die Sorben/ Wenden nutzen vier Verzierungsarten:
Die Wachsreservetechnik, die Wachsbossiertechnik, die Kratztechnik und die Ätztechnik. Bei der Osterwerkstatt im Haus der Begegnung in Burg am 25. und 26. März von 11 bis 17 Uhr sind einige dieser Techniken  kennenzulernen und zum Teil selbst auszuprobieren. Daneben sind traditionelles Handwerk wie Trachtenstickerei und das Spinnen zu erleben. Das Heimatmuseum Dissen lädt am Samstag, dem 26. März, 14 bis 17 Uhr, ebenfalls zum Mitmachkurs ein. Schauvorführungen „Malen sorbischer Ostereier“ finden in der Heimatstube Burg  am 27. und 28. März, 13 bis 17 Uhr, statt.

Ostersingen
Am Karfreitag, dem „Śichy pětk“ („Stillen Freitag“), wie er im Sorbischen/ Wendischen heißt, findet ein besonderes Konzert in der Dissener Kirche statt. Angelehnt an den alten, eindrucksvollen Brauch des Ostersingens wird der Chor „Łužyca“ alte wendische Trauerlieder und Osterchoräle singen. Diese Lieder wurden früher in der Spinnstube gelernt und über viele Generationen weiter gegeben. Sie sind nur hier in der Niederlausitz zu finden und in keinem Kirchengesangbuch verzeichnet. Bis in die 50-er Jahre lebte der Brauch in unseren wendischen Dörfern. Die Frauen und Mädchen zogen singend an den Passionssonntagen sowie am Karfreitag durch das Dorf, welches in andächtiger Stille versunken war. Dabei trugen und tragen die Frauen und Mädchen die Halbtrauertracht.
Wer sich auf Ostern musikalisch einstimmen möchte, ist herzlich am Karfreitag um 16 Uhr in die Kirche zu Dissen eingeladen.

Osterblasen
Früh aufstehen heißt es am Ostersonntag, dem 27. März, in der Spreewaldgemeinde Werben, für all jene, die um 6.30 Uhr das Osterläuten mit anschließendem Turmblasen vom Kirchturm nicht verpassen wollen. Schon für die Mitte des 19. Jahrhunderts ist diese Tradition belegbar.

 

Wendischer Kirchgang
Eine besondere Augenweide bietet sich am Ostersonntag vor dem Gottesdienst an der Evangelischen Kirche Burg. Die Chorgemeinschaft Concordia und die Kirchengemeinde leiten das Auferstehungsfest bereits um 9.30 Uhr mit dem Osterblasen und dem Ostersingen ein. Dabei tragen die Frauen ihre erhabenen schwarzen Kirchgangstrachten, die zum Teil seit mehreren Generationen in den Familien gehütet werden.
Auch zum Gottesdienst am Ostermontag sind vereinzelt Frauen in Kirchgangstracht zu sehen, die an diesem Tag aber schon etwas farbiger sein darf, aber auf keinen Fall Rot oder Rosa enthalten soll.

 Familiennachmittag
Eine noch junge Tradition ist der Familiennachmittag am Ostersonntag. Von 14 bis 17 Uhr  erwartet Jung und Alt auf dem Burger Festplatz ein buntes Bühnenprogramm mit „Swinging Colours“, dem Deutschen Clown-Theater mit dem Osterprogramm „Osterspaß mit Tanja und dem Osterhas“, Bastelstraße, Kinderunterhaltung, Ponyreiten und natürlich auch mit dem Osterhasen.

Waleien
Die Kinder erfreuen sich zu Ostern am Waleien. Im Garten werden gekochte und gefärbte Ostereier eine eigens angelegte abschüssige Bahn hinuntergekullert. Eier anderer, die dabei getroffen werden, gelten als „geschlagen“ und der Besitzer bekommt das Ei. Auch dieser Brauch galt einst als Fruchtbarkeitszauber für den so wichtigen Wuchs des Grases.
In der Burger Heimatstube kann das Spiel am Karfreitag und Ostersamstag ausprobiert werden.

 Die Ostersemmel
Überliefert ist, dass die Kinder am 1. oder 2. Osterfeiertag zu ihren Taufpaten in die umliegenden Dörfer gingen, um sich eine Ostersemmel nebst drei Ostereiern, einem Pfefferkuchen und einem kleinen Geschenk oder einem Geldstück zu holen.
Die Ostersemmel in Burg ähnelt einem Spreewaldkahn, symbolisiert aber ein Palmenblatt und ist 40 bis 50 Zentimeter lang. Nur die Burger Bäckerei Mieth bäckt die Ostersemmel noch so wie vor Jahrzehnten üblich. Heute wird die Ostersemmel gern verschenkt an Kinder und Freunde oder einfach selbst gekostet. Das Gebäck schmeckt mit Wurst oder Marmelade oder traditionell mit Leinöl und Zucker.

Osterfeuer
Am Ostersamstag, dem 26. März, lädt die Domowina Jugend ein, gemeinsam und in bekannter Manier auf der Wiese an der Wendenkönigstraße zu feiern.
Das kleine Osterfeuer für die Kinder wird um 18 Uhr angezündet. Die „Großen“ müssen sich dagegen noch bis 22 Uhr gedulden. Für die musikalische Umrahmung des Abends und für das leibliche Wohl ist gesorgt.




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