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Von Graf Brühl bis Fürst Pückler - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Von Graf Brühl bis Fürst Pückler

20. November 2010 | Von | Kategorie: Region |

Ein genialer Parkverbund zwischen Brody, Forst, Branitz und Bad Muskau

Von Graf Brühl bis Fürst Pückler

Unter gelassenen Blicken des Hausherrn Graf Heinrich von Brühl, der Rosenkönigin und des Fürsten Pückler haben in Pförten einen Parkverbund unterzeichnet: Andreas Bänder, Bürgermeister Bad Muskau, Zbigniew Wilkowiecki, Bürgermeister Pförten/Brody, Frank Szymanski, Cottbuser Oberbürgermeister, Dr. Jürgen Goldschmidt, Bürgermeister Forst, Jan Bieniasz, Bürgermeister Leknica (gegenüber Muskau), Cord Panning, Parkdirektor Bad Muskau, und Gert Streidt, Direktor der Fürst-Pückler-Stiftung Branitz (v.l.) | Fotos: J.H.

Forst / Brody. Mozarts „Kleine Nachtmusik“ eröffnete den festlichen Akt unter den ausgebreiteten Armen des Heilands, der, flankiert von je drei trompetenden Engeln in der Kuppel des Chores, einziger verbliebener Schmuck in der Kapelle der Pförtener Schlossanlage ist. Hier, im ältesten und bedürftigsten der vier Niederlausitzer Parke schlossen diese Woche kühne Männer und Frauen einen grenzüberschreitenden Bund. Genauer: Einen „Europäischen Parkverbund Lausitz – Von Graf Brühl bis Fürst Pückler.“
Im kläglichen Ruinenhof, hinter dem ein fünf Jahrzehnte vernachlässigter Gutspark liegt, mochte der stolze Begriff etwas großtrabend klingen. Doch die Visionen rechtfertigen ihn. Immerhin haben sich ein seit 2005 als UNESCO-Welterbe anerkannter Standort (Muskau), ein Park, der diese Wertung mit guter Aussicht anstrebt (Branitz) und ein Garten, der zum 100. Geburtstag die Deutsche Rosenschau ausrichten wird (Forst), mit Brühls Nachlass in Polen verbunden. Beispielhaft inspirierte die kulturhistorische Klammer die Idee, der nun Tatkraft in Brody (Pförten) und Leknica ebenso wie in Muskau, Forst und Cottbus folgen soll.
Parkgärtnerisch gab es schon ehrenamtliche Vorleistungen. In zwei handfesten „Parkseminaren“ haben Fachleute aus Sachsen und Brandenburg die Brodyer Anlage ausgeholzt und Sichtachsen freigeschlagen. Die schön gedachte Aktion, mit einer Blutbuche aus Muskau schon eine „Blutsverwandtschaft“ herzustellen, musste aufgeschoben werden. Das Pflanzloch war randvoll Wasser, die Flur rundum ein Sumpf.
Mozarts und auch Händels und Vivaldis frohe Töne bleiben dennoch im Ohr nach diesem feucht-historischen Parktag. H.

Brühls in Brody, Forst und Muskau

Heinrich Graf Brühl, legendärer Premier sächsischer Kurfürsten und polnischer Könige, besaß mit Forst-Pförten die größte Standesherrschaft der Niederlausitz. Er und einer seiner Söhne sind in der Forster Kirche beigesetzt. Zwischen dem Hause Brühl und Callenberg-Pückler in Bad Muskau und später auch zwischen Pücklers in Branitz und Niederlausitzer Standesherrschaften östlich der Neiße gab es über Jahrhunderte lebhafte Verbindungen. Vor dem Hintergrund des neuen Parkverbunds ergeben sich dazu interessante Fragen der Heimatgeschichte.

Von Graf Brühl bis Fürst Pückler

Die Blut(buchen)-verwandtschaft zwischen Muskau und Pförten/Brody konnte noch nicht vollzogen werden. Der Ableger des Muskauer Charakterbaumes blieb auf dem Framo, weil das Pflanzloch voller Wasser stand. Aber im Geduld Üben hat das Brühlsche Anwesen eine lange Erfahrung, wie das beklagenswerte Schloss veranschaulicht




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