Am Sonntag, 30. Januar, wird der Halbfinalgegner im DFB-Pokal ausgelost / Gegen den KSC kann Cottbus dann auch in der Meisterschaft aufschließen
Von einer Pokalnacht wie sie die Fans des FC Energie am vergangenen Mittwoch erlebten, konnte in Cottbus lange nur geträumt werden. Mit einem verdienten 1:0-Erfolg über die TSG Hoffenheim zog der FCE ins Halbfinale ein. Dabei triumphierte der Herbstmeister von 2008 bei seinem letzten Auftritt im Stadion der Freundschaft noch mit 3:0. Nach dem SC Freiburg und dem VfL Wolfsburg scheiterte in dieser Spielzeit schon der dritte Erstligist am FCE. Der nächste müsste Schalke 04 oder Bayern München heißen.
Hoffenheim machte in der Partie keine Anzeichen, seinen Gegner zu unterschätzen. In einem intensiven Spiel kam Energie trotzdem zunächst zu mehr Torchancen. Vor allem Reimerink und Bittroff durchstießen auf ihren Außenbahnen immer wieder die blaue Abwehrkette. Die beste Gelegenheit ließ allerdings Jula liegen, dessen Schuss erst knapp vor der Linie von einem Abwehrspieler entschärft wurde.
Nach dem Seitenwechsel drohte die Begegnung zu kippen. Cottbus agierte noch offensiver als zu Beginn der Partie. Hoffenheim wusste die sich bietenden Räume jedoch zu nutzen und kam durch Babel und Alaba zu hochkarätigen Einschussmöglichkeiten. Durch eine verbissene Zweikampfführung bekam Energie das Geschehen wieder in Griff. Das Tor des Tages durfte schließlich Joker Shao nach einer starken Einzelaktion von Reimerink schießen. Der Treffer könnte am Ende noch viel mehr als die oft genannten 2 Millionen Euro wert sein. Sollte Energie ins Finale einziehen und dort auf Bayern München treffen oder den Pokal gar gewinnen, so bedeutete dies die direkte Qualifikation für die Europa League. Für die kommenden Aufgaben will der Trainer seine Mannschaft dennoch nicht verstärken: „Warum sollten wir diesem intakten Gefüge etwas hinzufügen?“
Nach dem Führungstreffer kam die Cottbuser Abwehr noch einmal ins Schwimmen. Kirschbaum konnte einen Schuss erst im letzten Moment an die Latte lenken und hielt den Sieg somit fest. „Wir haben viel investiert und hatten am Ende auch das Quäntchen Glück“, kommentierte Pelé Wollitz die Ereignisse. Morgen findet in der Sportschau die Auslosung für die Halbfinalspiele statt. Es darf gerne wieder ein Heimspiel sein!
Vorher steht jedoch wieder das Tagesgeschäft an. Beim Drittletzten aus Karlsruhe kann Energie seine Aufstiegschancen nur mit einem Sieg verbessern. Dabei kann Wollitz bis auf Kurth auf die gesamte Pokalmannschaft zurückgreifen. Mit einer ähnlichen Vorstellung wie am Mittwoch dürften drei Zähler realisierbar sein. Leider präsentierte sich die Truppe in dieser Spielzeit meist unkonstant.
So wie am letzten Wochenende gegen Bielefeld. Nach einer guten ersten halben Stunde und einem Elfmetertreffer zum 1:0 sah Energie früh wie der sichere Sieger aus. Dann ließen sich die Roten den Schneid abkaufen und kassierten sogar den Ausgleich. Es mussten weitere zwei Elfmeter herhalten, um den Pflichtsieg gegen den Letzten doch noch einzufahren. Kruska verschoss einen, Petersen traf später glücklich zum 2:1. „Wir müssen was verändern. Als Profi muss man 90 Minuten Leistung bringen“, schimpfte Wollitz nach dem Schlusspfiff. Am Mittwoch zeigte die Mannschaft eine deutliche Reaktion. Nur darf die Leistung nicht nur bei den Highlights stimmen. Morgen muss die Truppe daran anknüpfen. Dann heißt es nächstes Jahr vielleicht Europapokal in der ersten Liga.